Die Schloss-Festspiele sind auch in diesem Jahr ein stimmiges Gesamterlebnis. Da wird die gemeinsame Fahrt mit dem Bus die Kehren hinauf zum Nervenkitzel, der Pfad unterm Blätterdach an den Schlossmauern entlang zur Bühne eine Abenteuerwanderung und der Blick hinunter ins Saaletal eine Entdeckung. Die lauschige Spielstätte von Schloss Saaleck mit den bemoosten Stufen, Blockterrassen und Treppen vor efeubewachsenen Mauern weckt Vorfreude. Gourmetteller, Wein von den Hängen des Schlossbergs, Espresso, serviert aus einem schicken Kaffeefahrrad, das gastronomische Angebot kann sich sehen lassen. Das Programmheft ist ein kleines Journal, darin zu blättern weckt Lust auf Theater. Der mitgebrachte Schirm kann zubleiben. Die Premiere 2018 steht unter einem guten Stern.


Herausforderung gemeistert

Spectaculum steht für eine etwas andere Theaterkultur. Regisseurin Claudia Albrecht beschreibt das Ensemble als literarische Laienspielgruppe. Gängige Boulevardstücke, Komödien aus dem Repertoire von Volksbühnen stehen nicht auf dem Programm. Ein bisschen Anspruch soll da schon sein und so nimmt man sich 2018 die satirisch-komödiantische Abrechnung mit dem Materialismus der Nachkriegszeit vor, bringt "Die Irre(n) von Chaillot" des Franzosen Hyppolite Giraudoux auf die Bühne, fügt '58 als Hinweis auf die Bearbeitung an, findet einen erklärenden Untertitel "Komödie mit Rock' n' Roll" und besetzt tatsächlich 15 herausfordernde Rollen. Kann das eine Laienbühne überhaupt schaffen?