Der Stadtrat hat sich somit nach einer längeren Diskussion gegen die Errichtung einer Werbeanlage auf dem E-Center-Gelände an der Kissinger Straße ausgesprochen. Viel bringen wird das allerdings vermutlich nicht: Stadtbaumeister Detlef Mohr und mehrere Räte waren sich einig, dass das Landratsamt die Tafeln vermutlich trotzdem genehmigen wird.

Die beiden Werbetafeln sollen auf einem Privat-Grundstück unmittelbar vor der Trafostation der Stadtwerke entstehen. "Das ist städtebaulich nicht besonders schön", sagte Mohr bereits bei der Erläuterung der Pläne. Trotzdem schlug er dem Gremium "auf Grund der bisherigen Erfahrungen mit Werbeanlagen" eine Zustimmung vor: Die Stadt hatte schon mehrfach vergeblich versucht, solche Werbetafeln zu verhindern. Selbst wenn das Landratsamt die Zustimmung versage, rechnet Mohr mit einer Niederlage vor dem Verwaltungsgericht. Die beiden Tafeln sind laut Mohr jeweils 3,80 Meter breit und 2,70 Meter hoch. Sie sollen einen Meter über dem Boden angebracht werden.

"Der Ortseingang von Hammelburg ist für mich kein schützenswerter Bereich", kam Unterstützung von Mohrs Haltung von CSU-Stadtrat Patrick Bindrum. Er rief die Stadträte dazu auf, der Verwaltung nicht unnötig Arbeit zu machen wegen eines Vorhabens, das eh nicht zu verhindern sei. "Ich stimme zu, auch wenn ich es persönlich nicht brauche", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Er wolle nicht dem Landratsamt den "Schwarzen Peter" zuschieben.

CSU-Fraktionssprecher Martin Wende dagegen sprach sich dafür aus "im ersten Gang mal Nein zu sagen". Auch 3. Bürgermeister Christian Fenn (Junge Liste) plädierte für ein deutliches Signal der Ablehnung: "Wir wollen das eigentlich nicht." CBB-Stadtrat Reimar Glückler erinnerte daran, dass in Diebach großer Aufwand betrieben worden sei, um Bilder von einer privaten Garage entfernen zu lassen. Deshalb könne er diesen Werbetafeln nicht zustimmen. Vielmehr forderte er, dass die Stadt endlich eine Gestaltungssatzung erstelle, mit der solche Werbetafeln verhindert werden können. Diese Idee unterstützte auch Glücklers Fraktionskollege Reinhard Schaupp: "Wenn wir mehr Gestaltungshoheit haben wollen, müssen wir die satzungsrechtlichen Grundlagen schaffen."