Bereits die zweite Kostensteigerung für den Ausbau der Bahnhofstraße in Folge musste Planer Thomas Wieden in der jüngsten Sitzung des Ferienausschusses verteidigen: Im Februar führten vor allem Flächenmehrungen in den Randbereichen und die Aufnahme des ehemaligen Kupsch-Parkplatz, teureres Pflaster und eine Beton-Tragschicht unter dem Pflaster zu einem Plus von 300 000 Euro, nun gab es bei der Ausschreibung eine weitere Erhöhung um rund 400 000 Euro: "Das ist leider ein genereller Trend", berichtete Wieden auf Nachfrage. Insgesamt 3,36 Millionen Euro müssen sich Stadt und Stadtwerke nun teilen. Das sind fast 14 Prozent mehr als noch im Februar geplant.

Größter Kostentreiber sei das Pflaster, sagte Wieden. 180 Euro pro Quadratmeter seien veranschlagt worden. Die beiden günstigsten Firmen, die ganz nah beieinander liegen, veranschlagten rund 230 Euro pro Quadratmeter. "Das alleine macht 200 000 Euro aus", sagte der Planer. Welche der beiden Firmen aus Bad Kissingen zum Zug kommt, muss nun eine genauere Prüfung zeigen. Die beiden Hammelburger Firmen, die Angebote abgegeben hatten, seien jedenfalls mit einigem Abstand dahinter, versicherte Wieden. Aktuell liegt "Burger Bau" vorne, die Differenz liege aber bei weniger als 20 000 Euro. Der Ferienausschuss beschloss, dass die Bauverwaltung nach einer Prüfung den Zuschlag an die Firma mit dem wirtschaftlichsten Angebot erteilt.

Geplant ist ein Beginn der Maßnahme spätestens am 22. Mai. Der erste Abschnitt reicht vom Marktplatz bis zur Bürgerspitalkirche. Die zweite Strecke bis zur Einmündung der Dalbergstraße soll noch heuer, wird aber erst 2021 fertig. Der letzte Abschnitt bis zur Postamtskreuzung wird bis Ende 2021 dauern.

Stadtbaumeister Detlev Mohr hatte aber auch eine gute Nachricht: Nach Rücksprache mit der Förderstelle geht er davon aus, dass sich auch die Zuschüsse anteilig erhöhen. Die Stadt müsse also nur rund die Hälfte der Kostensteigerung tragen.

Stadtwerke verlegen Daten-Kabel

Geplant waren Kosten von insgesamt 2,92 Millionen Euro, das niedrigste Angebot beläuft sich nun auf 3,36 Millionen Euro. Auf die Stadt entfallen demnach 2,84 Millionen Euro, der Rest ist der Anteil der Stadtwerke. Im Untergrund werden neue Wasserleitungen und neue Hausanschlüsse verlegt. Auf Nachfrage berichteten die Planer zudem, dass die Stadtwerke Daten-Kabel auf beiden Seiten der Straße vorsehen, um auch in Zukunft schnelle Netze anbieten zu können. Nach der Anliegerversammlung hätten sich noch mehrere Anlieger für Gas-Hausanschlüsse entschieden. Es würden nun die meisten Anwesen angeschlossen, wer jetzt kein Gas legen lasse, werde es vermutlich auch in den kommenden Jahren nicht bekommen.

Mit Einzelhandel abgestimmt

Wie bereits an der Amtsgerichtskreuzung sollen in der Bahnhofstraße mehrere lichte Gleditschien (auch Lederhülsenbäume genannt) gepflanzt werden. Im Haushalt sind für heuer Ausgaben von 1,28 Millionen Euro für die Bahnhofstraße eingeplant, für 2021 weitere 1,7 Millionen Euro und für 2022 noch 300 000 Euro. Bürgermeister Armin Warmuth verwies darauf, dass der Start der Maßnahme mit dem Verein für Wirtschaft und Stadtmarketing abgestimmt sei und die Einzelhändler trotz der Corona-Krise keine Verschiebung wünschen.

Aus der Sitzung des Ferienausschusses

Marktplatz 2. Bürgermeister Reimar Glückler beantragte, dass die wegen der Corona-Beschränkungen entfernten Bänke auf dem Marktplatz wieder aufgestellt werden. Bürgermeister Armin Warmuth war hin- und hergerissen: Zum einen berichtete er von Anträgen, weitere Bänke etwa auf dem Viehmarkt entfernen zu lassen. Zum anderen sagte er: "Ich denke, dass die Bevölkerung sensibler mit der Situation umgeht." Für ein Aufstellen der Bänke sprach sich Christian Fenn aus: "Wir sollten den Menschen die Verantwortung für ihre Gesundheit stückweise zurückgeben".

Feuerwehren Der Ferienausschuss bestätigte zahlreiche Kommandanten und deren Stellvertreter: Neu an die Spitze der Feuerwehren sind Marius Arheidt in Untereschenbach und Mario Messner in Morlesau-Ochsenthal gewählt, Simon Sitzmann wurde neu zum stellvertrenden Kommandanten in Obererthal bestimmt. Der Hammelburger Kommandant Michael Ohmert sowie die Stellvertreter Herbert Lutz in Morlesau-Ochsenthal und Reiner Rauschmann in Untereschenbach wurden in ihren Ämtern bestätigt. Der Ferienausschuss stimmte allen Personalien zu.

Dorferneuerung Gebilligt wurde auch die Planung des Dorfplatzes Schäferwiese in Diebach im Rahmen der Dorferneuerung. Teilnehmergemeinschaft und Stadt beauftragten das Engenthaler Büro "Dietz und Partner", die Stadt beteiligt sich mit 7660 Euro. Auf Nachfrage berichtete Warmuth, dass die Schäferwiese nicht komplett der Stadt gehöre. Die Verhandlungen mit einem Eigentümer seien gescheitert.