VG-Kämmerin Brigitte Amberg hat in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Ramsthal den Haushalt 2021 vorgestellt. Durch den moderaten Einkommenssteuer-Anteil und die gewährte Kompensierung bei der Gewerbesteuer hätte sich der Haushalt im vergangenen Jahr doch besser entwickelt als geplant. Der Verwaltungshaushalt 2021 der Gemeinde Ramsthal umfasst 2,18 Millionen, der Vermögenshaushalt 2,74 Millionen Euro. Im Verwaltungshaushalt werden die Ausgaben die zu erwartenden Einnahmen übersteigen. Das Defizit beträgt voraussichtlich 35 000 Euro, Grund hierfür sei vor allem der Rückgang der Schlüsselzuweisungen um rund 85 000 Euro im Vergleich zum Vorjahr.

Die Gemeinde verfügt über Rücklagen in Höhe von 758 000 Euro, dennoch ist aufgrund der umfangreichen Investitionsmaßnahmen erstmals wieder eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,80 Millionen Euro vorgesehen. Die Kämmerin geht jedoch davon aus, dass nicht sämtliche Investitionen im geplanten Zeitrahmen durchgeführt werden können. Sofern die Kreditermächtigungen dennoch vollständig in Anspruch genommen würden, erhöhe sich die Pro-Kopf-Verschuldung von derzeit Null auf 1621 Euro.

Mehr Geld fürs Sportgelände

Martin Thürmer regte an, auf Kredite für derzeit Null Prozent Zinsen zurückzugreifen und nicht auf die Rücklagen. "Ich glaube nicht, dass wir in ein oder zwei Jahren noch Kredite für diese Zinsbedingungen erhalten", argumentierte Thürmer. "Wir sind gut im Planen aber nicht gut genug in der Ausführung", sprach sich Daniel Lohfink für eine Prioritätenliste aus. Mit der Änderung, für die Sanierung des Sportgeländes 60 000 statt 40 000 Euro einzustellen, stimmte das Gremium dem Haushaltsentwurf zu.

Martin Thürmer hatte sich mit Bürgermeister Rainer Morper, der VG und der Kindergartenleitung abgestimmt und stellte nun die Beitragsanpassung für den Kindergarten vor. Dabei sah er keinen Grund für eine drastische Erhöhung, fügte aber an, dass es eventuell im nächsten Jahr noch einmal eine Anpassung geben könnte. Für eine fünfstündige Betreuung zahlen die Eltern ab September für ein Regelkind 105 Euro und für ein U3-Kind 115 Euro - statt bisher 100 Euro. Damit unterscheidet man erstmalig zwischen Kindern über und unter drei Jahren.

Bürgermeister Morper informierte über einen Beschluss aus der vorangegangenen nichtöffentlichen Sitzung. Danach wurden die Arbeiten für das Neubaugebiet "Am Wengert II" zum Preis von 994 000 Euro an die Firma "Gebrüder Stolz" aus Hammelburg vergeben. Eine Baueinweisung mit Bauleiter und Architekt hätte bereits stattgefunden.

Möglichst bis Juni soll die Entscheidung fallen, ob man sich mit der Kläranlage Ramsthal/Sulzthal/Wirmsthal am Klärschlammprojekt des AZV Thulba beteiligt (siehe Seite 7). Nach Kostenschätzungen beläuft sich die Entsorgung auf 160 000 Euro zuzüglich rund 20 000 Euro für Anlieferung. Dazu kommen Investitionen für einen neuen Rechen und ein Vorklärbecken in der Kläranlage. Auf die Anschaffung eines dritten Gerätes zur Geschwindigkeitsanzeige will der Rat zunächst verzichten. Das mobile Gerät soll am Ortseingang von Euerdorf kommend und das neu angeschaffte, fest zu installierende Gerät, am anderen Ortsende aufgebaut werden. Die optische Alarmschwelle soll auf 50 Stundenkilometer eingestellt werden.

Bürgermeister Rainer Morper will der Gemeinde Ramsthal eine Bank spenden. Sie soll als Muster dienen für weitere Neubeschaffungen durch die Gemeinde. Wichtig sei, dass die Holzstäbe bei Bedarf ausgewechselt werden könnten, da die Bänke im Außenbereich stehen.

Morper sprach sich außerdem für die "Ausschreibung für ein Kunstwerk" für die 900-Jahr-Feier aus. Die Gemeinderäte sollten sich schon einmal Gedanken um Aufstellungsort und Budget machen, schlug der Bürgermeister vor.

Spenden an die Gemeinde summierten sich auf 560 Euro. Zur Transparenz trug eine Liste mit Namen und Betrag bei, der Gemeinderat genehmigte die Spendeneingänge.

Nutzung weiter unentgeltlich

Zum Schluss der jüngsten Sitzung fragte Roland Kühnlein wegen des neuen Pachtvertrags zwischen Gemeinde und Sportverein für den alten Sportplatz nach, Es sei doch Jahrzehnte auch ohne gegangen, wunderte er sich. "Das dient für eine rechtlich saubere Ebene, der Sportverein kann den Platz auch künftig unentgeltlich nutzen", berichtete der Bürgermeister.

Zahlen aus dem Haushalt:

Einnahmen Verwaltungshaushalt Einkommens- und Umsatzsteuer 540 000 Euro, Schlüsselzuweisungen 420 000 Euro, Abschreibungen und Innere Verrechnungen 401 000 Euro, Zuweisungen 257 000 Euro, Benutzungsgebühren 188 000 Euro sowie Grund- und Gewerbesteuer 168 000 Euro.

Verwaltungsausgaben Personal 472 000 Euro, Verwaltungs- und Betriebsaufwand 441 000 Euro, Kreisumlage 450 000 Euro, Abschreibungen 401 000 Euro, VG-Umlage 235 000 Euro, Zuschüsse an KiTa und soziale Zwecke 117 000 Euro.

Einnahmen Vermögenshaushalt Kreditaufnahme 1,80 Millionen Euro, Entnahme aus Rücklagen 758 000 Euro sowie Zuweisungen und Zuschüsse 161 000 Euro.

Investitionen Investitionsumlagen 268 000 und Erwerb von Grundstücken 120 000 Euro. Für Baumaßnahmen sind insgesamt 2,20 Millionen eingeplant, wesentliche Projekte sind Erschließung Neubaugebiet Am Wengert II, Sanierung/Neubau Kindergarten, Sanierung Pfarrheim, Regenrückhaltung, Sanierung Kläranlage und Neubau Abwasserkanal Euerdorf.