Seit Jahren wird geplant, mittlerweile stehen die ersten Wände: Gleich in drei Stadtteilen hat die Stadt Hammelburg den örtlichen Feuerwehren eine neue Unterkunft versprochen. 2019 wurden dafür jeweils 600.000 Euro veranschlagt. Schnell wurde jedoch klar, dass erstens die Summe nicht reicht und zweitens überall anders gebaut werden muss. Mittlerweile ist für alle drei Feuerwehrhäuser zusammen eine Summe von rund 3,5 Millionen im Haushalt eingeplant, das größte und teuerste Einzelprojekt ist das neue Domizil der Feuerwehr Gauaschach. Dort entsteht aktuell der Rohbau. Architekt Thomas Ruser hofft, dass er die Ausgaben der Stadt auf 1,4 Millionen Euro deckeln kann. "Wir haben Preissteigerungen, aber die können wir durch Zuschüsse abfangen."

Zuschüsse für zwei neue Stellplätze

Zum einen gebe es vom Freistaat pauschal 63.500 Euro pro Fahrzeug-Stellplatz. Das Feuerwehrhaus in Gauaschach hat als einziges der drei Neubauten zwei Stellplätze, also erwartet die Stadt 127.000 Euro an Zuschuss. Dafür seien jede Menge Auflagen einzuhalten, berichtet Ruser. Geplant worden sei nach den Mindestvorgaben, deshalb habe es auch keine Einsparmöglichkeiten mehr gegeben als sich herausstellte, dass die Projekte erheblich teurer werden. Unmittelbar nach der Freigabe durch die Regierung sei Mitte Mai mit dem Rohbau begonnen worden. "Die Firma Stolz haut hier richtig rein, die sind mit zwei Kolonnen vor Ort", freut sich Ruser über den zügigen Bau-Fortschritt. Aktuell entstehen die massiv gemauerten Wände, danach gehe es mit Holzdecken und dem Dachstuhl weiter.

"Zusammenarbeit vorbildlich"

"Die Zusammenarbeit mit dem Architekten ist vorbildlich", lobt der Gauaschacher Kommandant Alexander Marx. Noch vor der Pandemie hätten Vorstand und Gruppenführer 2019 mit Ruser das Konzept entwickelt. Leider seien Vorschläge zu anderen Standorten abgelehnt worden, weil die Stadt unbedingt ihr eigenes Grundstück am Sportplatz nutzen wollte. Die Neigung dort sei "nicht ideal", aber durch einen Grundstückstausch sei mittlerweile immerhin mehr Platz. Die erste Planung sei von einem zweigeschossigen Gebäude ausgegangen, die Feuerwehr bot an, im Dach einen Schulungsraum selbst einzurichten.

Im Laufe der Planung wurde dann alles auf einer Ebene konzentriert. "Dadurch benötigen wir kein Treppenhaus und alles ist barrierefrei", sagt Stadtbaumeister Detlef Mohr. Auch eine weitere Entscheidung habe sich im Nachhinein als Glücksfall herausgestellt: Zunächst sollte das neue Feuerwehrhaus mit Gas beheizt werden. Um die Vorgaben für die KfW-40-Förderung einzuhalten, wurde die Dämmung verstärkt und eine Pelletsheizung vorgesehen. Das mache jetzt unabhängig von immer teurerem Gas und bringe eine Förderung von rund 135.000 Euro. "Damit ist der Mehraufwand mehr als bezahlt", freut sich Ruser. Zudem spare die Stadt Unterhaltskosten. Auch bei vielen anderen Neubauten setzt der Architekt aktuell auf Holz, egal ob als Hackschnitzel, Pellets oder Scheite.

Preissteigerungen beim Dach

Im August soll der Rohbau fertig sein, danach gehe es mit dem Dach und Spenglerarbeiten weiter. Die Fenster seien bereits geliefert und aktuell zwischengelagert. "Wir hatten Glück", kommentiert Ruser die Ausschreibungen, zum größten Teil habe es noch gute Preise gegeben. Vergeben werden müssten nur noch die Innentüren, die Fliesenlegerarbeiten und Arbeiten im Außenbereich. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Stadtrat einer Neubewertung der Dachdecker- und Zimmererarbeiten zu: Laut Stadtbaumeister Mohr teilten die günstigsten Firmen mit, dass sie wegen Preissteigerungen ihre alten Angebotspreise nicht mehr halten können. Bei den Dachdeckerarbeiten führte es dazu, dass nun die Firma Handschuh mit rund 83.300 Euro den Zuschlag erhält, das sind 6000 Euro mehr als die bisherige Vergabesumme. Die Zimmererarbeiten bleiben bei der Firma Handschuh, weil eine weitere Firma gar kein neues Angebot abgab. Hier kommt es zu einer Steigerung von rund 117.000 auf 131.300 Euro.

Bei anderen Gewerken sieht Ruser derzeit keine Gefahr von Preissteigerungen: "Wenn wir den Bauzeitplan einhalten, kommen die Firmen eigentlich nicht raus." Bis zum Winter soll die Gebäudehülle dicht sein, danach gehe es mit dem Innenausbau weiter. Die Fertigstellung sei nach aktuellem Stand für Mai 2023 geplant.

Zudem soll es für die Gauaschacher Wehr separat noch einen Übungsturm geben. Dazu werde er dem Stadtrat in der zweiten Jahreshälfte einen Bauantrag vorlegen, kündigt Thomas Ruser an.