Das Fest 300 Jahre St.-Michaels-Kapelle wurde bei strahlender Sonne würdig gefeiert. Schon am Samstag gab es den Festbetrieb im Dorf. Der Höhepunkt jedoch war der Festgottesdienst neben der Kapelle, zu dem am Sonntagmorgen etwa 500 Besucher den Hallstatt-Berg hinaufwallten. Den ersehnten Segen gab es vom Pfarradministrator Blaise Okpanachi der Pfarrgemeinschaft St. Michael im Thulbatal und vom Würzburger Domkapitular Stephan Warmuth.

Auf dem Rollrasen am Andachtskreuz und dem angrenzenden Gelände war beim Festgottesdienst im Freien kaum noch ein Stehplatz frei. Die aus verschiedenen Orten zusammengesetzte Blaskapelle bildete unter der Leitung von Thomas Fürst (aus Aura) den musikalischen Rahmen und gab auch ein Standkonzert am Festzelt. Zahlreiche Vereine entsandten ihre Fahnenabordnungen. Es war ein Fest der Superlative, mehr ging wohl kaum.


Einblicke in die Bauwerke

Schon am Samstagabend hatte der Chronist Elmar Bürger in seinem viel beachteten Vortrag auf die Geschichte der Kapelle St. Michael und des benachbarten Einsiedlerhauses hingewiesen. Beide Gebäude seien im Besitz der Marktgemeinde Oberthulba, ist dem Fest-Flyer zu entnehmen. Jetzt konnten Einblicke in diese Bauwerke genommen werden. So war auch der historische Bildstock zu sehen, der nur noch in Restgestalt existiert.

"Es steckt viel Eigenleistung in der Sanierung", sagte der Ortsbeauftragte Torsten Büchner (WG Frankenbrunn) und nannte die Größenordnung von etwa 1200 Stunden. Die Marktgemeinde habe 70.000 Euro in die Sanierung investiert. Büchners Lob und Dank erreichte neben den Helfern auch die Firmen und privaten Spender, die sich finanziell einbrachten. Eine Fotowand dokumentierte hinreichend viele optische Sanierungsspuren.

Der besondere Gruß von Diakon Kim Sell galt den Wallfahrern aus Gemünden, die in Frankenbrunn regelmäßig Station auf ihrem Weg zum Kreuzberg machen.


Neu installierte Bildstöcke

Stellvertretender Bürgermeister Jürgen Kolb (BV Thulba) erwähnte die neu installierten Bildstöcke zu den "fünf Wunden Christi", die Infotafeln vor dem in das Projekt eingebundene Einsiedlerhaus und die benachbarten Holzkreuze, die auf die Gefallenen des Ersten Weltkrieges hinweisen.

Begeistert von den Eigenleistungen und dem Gemeinschaftssinn der Frankenbrunner war Landrat Thomas Bold (CSU). Die Kapelle St. Michael ist ein schlichter Barockbau, allerdings mit einem hochbarocken Altar ausgestattet. Gern werden dort kirchliche Trauungen veranstaltet. Die Besucher schätzten es, jetzt einen Blick in das Innere werfen zu können, weil ansonsten die Kapellentüre verschlossen ist. Eine Hinweistafel geht mit der Jahreszahl 1718 auf die Gründungszeit der Kapelle ein. Der Holzbildstock von 1650 sei schon wundertätig in Erscheinung getreten, ist auf der Tafel zu lesen.

BU: