Die Volleyballer des TV/DJK haben es in ihrer 50-jährigen Geschichte von einem barfuß spielenden Hobby-Team in die zweithöchste deutsche Liga geschafft. Sie sind nicht nur ein Gegner, dessen Name Respekt einflößt, sondern auch Botschafter und Werbeträger für die Sportstadt Hammelburg, wie Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) beim Jubiläumsfestakt sagte.

Ins Pfarrzentrum waren dazu die Mitglieder und ihre Familien gekommen, darunter zahlreiche Ehemalige bis hin zu den "Alt-68ern", Spieler der Ex-Schulmannschaft, die Rudolf Heckmann einst gegründet hatte. Die Meinung von Abteilungsleiter Matthias Benner, dass man ein solches Jubiläum nicht unter den Tisch fallen lassen könne, teilten alle.

Es blieb nicht bei der einen Mannschaft: Schon bald kümmerten sich Abteilung und Verein um die Jugendarbeit, was sich in Form einer breiten Leistungsebene mit Nachwuchs- und Freizeit-Teams, Damen- und Herrenmannschaften widerspiegelt. "Derzeit sind weit über 100 Jugendliche mit großer Begeisterung in diesem Sport aktiv", sagte Warmuth. Er ist selbst ein Fan der Volleys.

Dank hervorragender Jugendarbeit, konsequentem Training unter erfahrenen Trainern und enger Kooperation mit Schulen blieben Erfolge nicht aus - von "Jugend trainiert für Olympia" über das Finale in Berlin bis zur Deutschen Meisterschaften im Jugendbereich. Nominierte für Auswahlteams, auch für die Nationalmannschaft, gingen aus der Volleyballabteilung hervor, deren Jugendarbeit der Bayerische Volleyballverband auszeichnete.

Für diesen erinnerte Präsident Klaus Drauschke an alte Zeiten. "Hammelburg ist bayern- und bundesweit ein Begriff für diesen Sport geworden", sagte er. Er erklärte: "Ich bin nicht überrascht von euren Erfolgen, denn ihr formt aus sportlichen Rohdiamanten Spitzenspieler und Persönlichkeiten. Das zeugt von Sachverstand, Professionalität, Teamgeist und gegenseitiger Unterstützung - und das macht euch groß."

Die Glückwünsche des Landrats und des Kreistags überbrachte stellvertretende Landrätin Monika Horcher (Grüne). Vor 30 Jahren in die Saalestadt gekommen, versuchte auch sie sich im Volleyball. Trotz Bänderriss und Kapselzerrung seien "schöne Erinnerungen an die Volleyball-Familie" geblieben. Horcher hob den Sport als wichtigen Bestandteil des Gemeinschaftslebens und der Lebensqualität hervor. Wie alle Redner brachte sie Respekt für die unzähligen Ehrenamtlichen und Helfern zum Ausdruck, ohne die kein Verein existieren kann.

Im Rahmen des Festakts, den Paul Oschmann und Friedbert Heckmann mit Blues- und Jazztiteln begleiteten, zeigte Burkhard Oschmann einen Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Volleyball-Sport in Hammelburg. Die Fotodokumentation findet sich in Teilen auch in der Festschrift "Voll gut ey" wieder, die ein fachkundiges Team erstellt hat und die Paul Oschmann dem Publikum vorstellte.

Er und Präsident Drauschke zeichneten sieben Volleyballdamen und -herren aus, die sich als Trainer, Betreuer, Spieler oder Funktionäre besondere Verdienste erworben haben. Die Ehrenurkunde des Landesverbands nahmen Frank Otter, Matthias Benner, Vilma Bindrum, Tado Karlovic, Monika Bauer, Hans-Josef Fell und Bernhard Pfennig entgegen.

Ein Wermutstropfen fiel in den Freudenkelch mit der Beendigung der Arbeit von Trainer Tado Karlovic. Neun Jahre lang führte er die erste Mannschaft zu ihren Erfolgen. Um die Volleys aus Hammelburg macht er sich keine Sorgen. "Die haben gut vorgesorgt und können personell aus dem Vollen schöpfen", sagte Karlovic.

Mit dem neuen Trainer Karl Kaden, der für Pforzheim in der Regionalliga spielte und in Stuttgart eine Volleyball-Jugendakademie aufbaute, woran auch die Hammelburger seit einem halben Jahr intensiv arbeiten, wissen die Volleys einen versierten Coach an ihrer Spitze.