Auf der Jahreshauptversammlung konnte die Vorsitzende des St. Georgsvereins Diebach Tina Schipper über die Leistungen des Vorstandes für den Kindergarten viel Positives berichten. Auch das Resümee der Kindergartenleiterin Alexandra Schmidbauer zu den Aktivitäten des Kitateams fiel sehr gut aus. Die Kindertagesstätte ist bestens aufgestellt, räumlich, finanziell und personell. Doch eines macht dem Verein Sorgen: Es stellte sich in der Mitgliederversammlung kein neuer Vorstand zur Verfügung. Die Wahl musste vertagt werden, ein neuer Anlauf ist nun am 1. Februar.


119 Mitglieder

Aber das interessierte nur wenige der Eltern, deren Kinder aktuell in der Kindertagesstätte betreut werden. Von den 119 Mitgliedern des St. Georgsvereins waren nur 28 anwesend. Schaute man in die Runde, waren die meisten entweder aus dem Reigen des aktiven oder ehemaligen Elternbeirates, Vorstandes oder Kindergartenteams. Die Mehrzahl der Eltern, deren Kinder in der Kita betreut werden, fehlte. Davon zeigte sich auch ein Teil der anwesenden Altgedienten enttäuscht.
An erster Stelle stand beim Jahresbericht der Dank von Tina Schipper an die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen für ihren Einsatz und ihr Engagement für die Kinder im vergangenen Jahr, an den Elternbeirat für die gute Unterstützung und an die Vorstandschaft für die gute Zusammenarbeit.
Besonders hervorzuheben ist die Fertigstellung der neugeschaffenen Lernwerkstatt im Dachgeschoss. Damit wurden sieben weitere Kindergartenplätze geschaffen. Für die unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden ging ein besonderer Dank an die Bauleiter Christian Schipper, Thorsten Binder, Robert Sturzebecher, die Firmen: Frank Gensler, Meder und André Hohmann sowie die Stadt für ihre Unterstützung.
Im Garten wurden die Hackschnitzel im gesamten Spielbereich aufgefüllt, der Sand der Krippenkinder erneuert und der Vorgarten in Ordnung gebracht. Das Brandschutzkonzept wurde überarbeitet.


Nur ein freier Platz

Auch die Leiterin der Kindertagesstätte, Alexandra Schmidbauer, konnte auf ein erfolgreiches, vielseitiges Jahr verweisen. Der neue Raum als "große Lernwerkstatt" wird sehr gut von den Kindern angenommen. Die Aufnahmekapazität der Kita liegt bei 15 Krippenplätzen und 43 Kindern in der Regelgruppe. Insgesamt ist nur noch ein Regelplatz frei. Besonders aufregend war für die Lila Drachen das Treffen mit der Ganztagsklasse der Mittelschule und das Adventsstündchen im Dr. Maria-Probst Seniorenheim in Hammelburg. Im Ausblick verwies Schmidbauer auf das Jahresmotto "Im Dschungel", das sich durch alle Aktivitäten bis zum Sommerfest am 8. Juli ziehen wird.
Als weiteren Tagesordnungspunkt stellte Katharina Derr von der Fachberatung der Caritas Würzburg die Aufgaben und Vorteile des Vereins als Träger der Kita anschaulich dar und bot fachliche Unterstützung für den neuen Vorstandskandidaten an.
Derr erläuterte, dass es auch die Möglichkeit gebe, einen Geschäftsführer einzusetzen. Es könne auch ein Vorstandsteam gebildet werden. Hierfür müsste aber zunächst ein neuer Vorstand gefunden werden, um anschließend die Satzung zu ändern. Sie machte deutlich, dass das Weiterbestehen des Vereins mit einem neuen Vorstand die beste Lösung für die Einrichtung wäre und bot hierzu jegliche Unterstützung an.
Trotzdem war unter den Anwesenden keiner bereit, sich als Vorsitzender oder Kassier für den St. Georgsverein aufstellen zu lassen. "Wir haben intensiv unter den Eltern nachgefragt, aber es hat sich niemand bereit erklärt, den Vorsitz des St. Georgsvereins zu übernehmen," bedauert Tina Schipper, die ihr Amt zum nächstmöglichen Zeitpunkt abgeben möchte. Zweite Vorsitzende Andreas Kraft und Kassiererin Laura Schaub stellten ihr Amt ebenfalls zur Verfügung.
Kassiererin Laura Schaub konnte im Kassenbericht überzeugend darlegen, dass der Verein ein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet hat, somit können die Rücklagen von drei Monatsgehältern gebildet werden. Die beiden Vereinsprüfer Katharina Schellenberger und Heidi Ziegler beantragten die Entlastung des Vorstandes, und diese wurde auch einstimmig angenommen.


Längere Entscheidungswege

Bürgermeister Armin Warmuth stellte fest, dass der Kindergarten im Moment so gut wie nie dastehe. Man solle alles in Bewegung setzen, um einen neuen Vorstand zu finden. Der Kindergarten werde auch ohne Verein weiter bestehen, aber man gäbe viele Gestaltungsmöglichkeiten ab, man hätte kaum noch Mitspracherecht, es gäbe finanzielle und strukturell längere Entscheidungswege.
Auch Ortsbeauftragte Elisabeth Assmann appelliert an die Eltern, den Verein weiter bestehen zu lassen, da er ja auch fast hundert Jahre das Dorf geprägt hat: "Die Eigenständigkeit bringt nicht nur Arbeit für die Ehrenamtlichen, sie bietet auch Vorteile. Der direkte Kontakt zum Kindergartenteam und der Stadt lässt doch manches unkomplizierter umsetzen. Daher rufe ich alle Eltern mit Kindern in der Kita auf, zum nächsten Elternabend und Mitgliederversammlung am Donnerstag, 1.Februar, im Sportheim Diebach zu kommen und sich zu informieren."


Neuer Termin 1. Februar

Wie geht es nun weiter? Am Donnerstag, 1. Februar, wird es eine erste außerordentliche Mitgliederversammlung im Sportheim Diebach geben. Hier wird auch Katharina Derr von der Caritas nochmals über die Aufgaben des Vorstandes und der Unterstützung durch die Caritas informieren.
Findet sich dann noch kein Vorstand, wird eine zweite außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Ist dann immer noch keine Lösung in Sicht, drohen dem Verein die Auflösung und Handlungsunfähigkeit. hae