Prinz Hubert I. und Prinzessin Bea I. regieren heuer das närrische Treiben bei der Untererthaler Faschings-Gesellschaft (UKG). In der Erthalhalle gaben sie am Wochenende das hoheitliche Startsignal für die Prunksitzung mit Sitzungspräsident Marc Scheller. Zu Gast waren am Freitag die Vereine aus Hundsbach und Hammelburg sowie am Samstag aus Gauaschach und Obereschenbach.

Erwartungsgemäß war die Erthalhalle bis auf den letzten Sitzplatz ausgebucht. Die Prunksitzung der UKG gehört zum festen Jahresplan nicht nur der Dorfbewohner aus Untererthal, sondern aus dem gesamten Umkreis. Trotzdem waren auch diese Zuhörer interessiert am Dorfgeschehen, das Wilma Schaub, Ruth Neder, Sabine Kuchenbrod und Roswitha Fischer beim "Kostümverkauf in der alten Schule" vom Stapel ließen. Gekonnt schlüpften sie in die Rollen von Froschkönig, Prinzessin oder Marktfrau und tratschten über Alkohol, Prozession, Karnevalsorden und runde Geburtstage. Sie ließen sich die "Zemete" auf dem Kartoffelfest schmecken und blickten auch mal in die Vereinskassen.

Der aktuelle Sessionsorden der UKG sei heuer dem Musikverein gewidmet, erklärte Sitzungspräsident Scheller. Dort spielt Prinz Hubert (Koch) auf dem Tenorhorn mit. Für die stimmungsvolle Musikbegleitung in der Halle sorgte traditionsgemäß Dieter Neder mit seinem Keyboard. Ihre eigenen Musikbegleitungen ließen die verschiedenen Tanzgruppen auflegen. Mehr als ein halbes Jahrhundert alt ist die Rock´n-Roll-Musik, zu der das neue Tanzpaar Mirjam Arheidt und Marco Wolf wahrhaft akrobatische Leistungen auf die Bühne brachte. "Hairspray - Welcome to the 60´s" war der Showtanz der UKG-Garde überschrieben, der zum Abschluss die Prunksitzung krönte.

Doch in den rund fünf Programmstunden gab es noch ein weiteres reichhaltiges Spektrum von Tanz und Bütt. Das UKG-Männerballett tanzte artistisch zwischen Leber und Milz, wo ein Fass Pilz noch hinein passte. Mit gekonnter Mimik war die junge "Next Generation" in ihrem Sketch den Fernsehprogrammen auf der Spur. Der Fahrradprüfung widmete sich ein weiterer Jugendsketch. Als Mohikaner-Indianer beeindruckte die Jugendgarde mit ihrem Showtanz, und die Jugendbütt ging auf Kreuzfahrt, wo es anscheinend für Senioren besser ist als im Altersheim. Als Hausmeister Hans berichtete Marc Scheller blumenreich von seinem Urlaub in südlichen Gefilden und erteilte dabei närrische Seitenhiebe auf das Alltagsleben.

Die fundamentale Säule ist eine erfolgreiche Jugendarbeit. Dass diese fruchtet, das bewies schon der Auftritt der hoch motivierten Kindergarde, die sich mit dem Spruch "Manege frei - hier kommen die Clowns" ihren Weg auf die Bühne bahnte. Freilich durften die Tänze der verschiedenen klassischen Garden nicht fehlen. Auftritte der Gastgruppen ergänzten das Programm.