Maskenpflicht, Einzelbüros, Homeoffice für viele Mitarbeiter in der Verwaltung: Der Amtsantritt von Axel Grzeszkowiak ist überschattet durch die Corona-Pandemie. "Klein und intern" sei deshalb auch die Begrüßung ausgefallen, berichtet der 57-Jährige. In den ersten beiden Wochen habe er sich bei den benachbarten Dienststellen und den Bürgermeistern von Hammelburg und Wildflecken vorgestellt. "Wichtig war mir auch, mal übers Gelände zu fahren", erzählt er von Besuchen beim Zielbau und dem Geländemanagement. Nach drei Wochen kam nun in dieser Woche sein Vorgänger Matthias Hümmler zu einer kleinen Übergabe.

Mittlerweile in Oberammergau

"Ich will ihm noch die ein oder andere Info mit auf den Weg geben", begründet Hümmler seinen Besuch. Zum 14. Dezember wechselte der Nüdlinger vom Lagerberg ans Bildungszentrum der Bundeswehr nach Oberammergau. Dort ist der ebenfalls 57-Jährige für die Ausbildung des Zivilpersonals aus ganz Süddeutschland zuständig. Dass seine Stelle fast elf Monate unbesetzt war, sei bei der Bundeswehr zwar nicht unüblich, aber er selbst habe es bei der Amtsübernahme 2010 anders erlebt: Er hatte zwei Wochen Übergabe von seinem Vorgänger Martin Kammler, deshalb wollte er nun auch den ein oder anderen Tipp weitergeben.

Zunächst bei der Polizei in NRW

Axel Grzeszkowiak stammt aus Norddeutschland, wohnt mittlerweile aber im Sauerland, von wo aus er für die Arbeitswoche nach Hammelburg fährt. Bereits sein Vater sei in der Bundeswehrverwaltung tätig gewesen. Trotzdem machte Axel Grzeszkowiak zunächst eine Ausbildung im Polizeivollzugsdienst und arbeitete bis 1988 bei der Dortmunder Polizei. Dann zog es ihn doch noch zur Bundeswehrverwaltung, er begann 1988 ein Studium bei der Fachschule des Bundes in Mannheim und war unter anderem acht Jahre lang in der Wehrbereichsverwaltung München tätig.

Axel Grzeszkowiak kam aus Bonn nach Hammelburg. Das dortige Bundeswehrdienstleistungszentrum mit rund 500 Mitarbeitern sei vor allem für die Betreuung oberer Bundesbehörden rund um den Bonner Dienstsitz des Verteidigungsministerium zuständig. Die Versetzung nach Hammelburg sei Zufall gewesen: Er kenne zwar den Lagerberg aus den 1990er Jahren, aber die Versetzung sei eben "Teil der üblichen Bundeswehr-Laufbahn". Er freue sich, nun wieder näher an der Truppe zu sein. "Übungsplätze haben ihren Reiz", kommentiert er die neue Aufgabe. Ob es vielleicht die letzte Versetzung für den 57-Jährigen ist? "Ich hätte nichts dagegen", sagt der Regierungsdirektor lachend, und: "Ich würde mich freuen, wenn ich von hier aus nach Hause gehen kann."

Pandemie und Klimaschutz

Aktuell stehe natürlich der Umgang mit der Pandemie im Vordergrund: "Mein Ziel ist, alle Kolleginnen und Kollegen gesund durch die aktuelle Lage zu bringen." Es gebe noch keine Statistik, aber Axel Grzeszkowiak geht davon aus, dass die Impfquote in seiner Behörde über dem bundesweiten Schnitt liegt. Die Bundeswehr organisiere Impftermin für alle Impfwilligen. Trotzdem gebe es natürlich auch im Bundeswehrdienstleistungszentrum Diskussionen. Aktuell plane er, auf freiwilliger Basis Test-Möglichkeiten anzubieten. Bei der Leistungsfähigkeit gebe es auf alle Fälle keine Einschränkungen: "Wir haben uns darauf eingerichtet, die Truppe vollumfänglich zu unterstützen." Langfristig sei ihm das Thema Energieeffizienz besonders wichtig: Seine Behörde sei zwar nicht für den Bau, aber für Unterhalt und Wartung aller Liegenschaften in Hammelburg und Wildflecken zuständig. Auch die Bundeswehr müsse sich klimaneutral aufstellen, das ziehe sich von Mobilität bis Wärmeversorgung durch.

Regional ist das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum zuständig für die Stadt Aschaffenburg sowie die Landkreise Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld, Main-Spessart, Miltenberg und Aschaffenburg.

Dienststellen Die Behörde betreut insgesamt 20 Dienststellen, darunter die Infanterieschule mit 1650 Dienstposten und das Vereinte-Nationen-Ausbildungszentrum mit 380 Soldaten. Zudem ist es zuständig für die Truppenübungsplätze Hammelburg mit rund 4000 Hektar und Wildflecken mit rund 7300 Hektar.rr