Der "Taubenschlag" öffnete wieder. Coronabedingt hatten seit Dezember keine Zusammenkünfte mehr im Generationentreff stattfinden können. Dies änderte sich mit der Aufhebung der Kontaktbeschränkungen. Der aus privater Initiative gegründete Treff in der Von-Hess-Straße in Hammelburg stellt zwar immer noch den Ansteckungsschutz an erste Stelle, konnte aber seine erste Aktion im neuen Jahr realisieren.

Mit einem Diavortrag setzte Rudolf Hannawacker ein Schlaglicht auf die eigene, schon fast 170 Jahre in der Saalestadt beheimatete Familie. Er drehte die Uhr zurück auf 1854, dem Jahr des Stadtbrands. Wenige Wochen nach der Feuerbrunst, der nahezu zwei Drittel der Altstadt zum Opfer gefallen war, hieß die Parole in der Wüstenei "anpacken, aufräumen, aufbauen". Das galt auch für den Vorfahren, Lorenz Hannawacker, der das Gasthaus "Zum Schwanen" in der heutigen Bahnhofstraße eröffnete.

Zum Tanz und Flirt trafen sich Frauen und Männer ab 1866 im "Hannawackers Garten", heute der Standort des Musikerheims der Stadtkapelle. Ein Streifzug durch die Straßen der Stadt weckten so manche Erinnerung. So hieß der "Viehmarkt" damals noch "Türmer-Platz", die "Von-Hess-Straße" trug den Namen "Amtsgasse".

Das Schwimmen lernten Kinder damals in der "Badschule", die nahe der Museumsinseln lag. Nichtschwimmer durften für 20 Pfennige ein Sonnenbad nehmen. Für sportliche Schwimmer war die Distanz von der Saalebrücke zum Wehr die Wettbewerbsstrecke. Rudolf Hannawacker, Sohn der gleichnamigen Familienbäckerei, spannte als Bub noch Leinen zum Bleichen und zum Trocknen der Wäsche am unweit gelegen "Bleichrasen".

"Die Plätze an interessierten Zuschauern waren schnell belegt und nach dem Vortrag wurden Familienalben gewälzt und Erinnerungen ausgetauscht", freute sich Initiatorin Bianca Volkert. Daraus entsprang der Wunsch der begeisterten Gäste, weitere ähnliche Aktionen einzubringen. Dafür boten sich spontan Josef Kirchner und Hannes Deinlein an, die über umfassende Archive und eigene Erfahrungen der Hammelburger Geschichte verfügen.

Anmelden über den Briefkasten

Dazu lädt der Taubenschlag ein. Die Einladung kann allerdings nur über persönlichen, telefonischen Kontakt erfolgen, da die Kapazitäten im Generationentreff bemessen sind, zumal in Corona-Zeiten. Am Gebäude in der Von-Hess-Straße befindet sich ein Briefkasten, in den Interessierte ihre Kontaktdaten und Telefonnummer einwerfen können. Die kurzfristig geplanten Veranstaltungen finden zudem nicht regelmäßig statt. Angedacht sind monatlich zwei Events, so Volkert. Der Zutritt ist bis auf weiteres Personen mit dreifachem Impfschutz erlaubt (2G-plus).