Der BUND Naturschutz veranstaltete eine Abendexkursion zu den Fledermäusen in der Diebacher Wehrkirche. Ulf Zeidler und Dieter Fünfstück gaben Informationen über deren Lebensweise.

In der Wehrkirche findet sich eine Mausohrkolonie mit etwa 700 Tieren. Doch der Weg dahin ist eng und steil. Eine schmale Treppe führt zum Dachboden der alten Wehrkirche hinauf zur Wochenstube der Fledermauskolonie des Grauen Mausohrs (Myotis myotis). Je nach Temperatur hängen die Tiere weiter oben oder weiter unten an den Dachsparren. Anders als bei den geräuschlosen Nachtflügen mit Echoortung ist ein emsiges Fiepen zu hören: In der Wochenstube, die nur aus Weibchen und dem Nachwuchs besteht, kommunizieren die Fledermäuse so miteinander. Viele Schauergeschichten ranken sich um Fledermäuse, die einzigen Säugetiere, die den Luftraum erobert haben. Vor allem in lauen Sommernächten lassen sich im Garten diese lautlosen Flieger beobachten. Die Faszination für diese nachtaktiven Tiere, die tagsüber kopfüber in Wandspalten, an Dachbalken und Dachziegeln hängen, ist groß.

Abendlicher Beuteflug

Am Abend beginnt auch der Beuteflug nach Insekten. Hier weist Zeidler auch darauf hin, dass es für Vögel und Fledermäuse wichtig ist, an den Gebäuden auch Öffnungen zu lassen, die die Tiere nutzen können. Die Kirchengebäude an sich sind oft ein artenreicher Lebensraum. So nisten Schleiereulen und Mauersegler im Kirchturm in angebrachten Nistkästen. Auch ein Ringeltaubennest ist zu sehen. Naturnahe, artenreiche Gärten ohne Chemieeinsatz, Hecken und Wälder versorgen die Fledermäuse mit ausreichend Nahrung.