Ein ungeduldig erwartetes Vorhaben kann nun in die Tat umgesetzt werden: Die Wohnungsbaugenossenschaft Hammelburg (WGH) hat mit der Errichtung von zwei neuen Wohnhäusern begonnen. Derzeit werden die Baugruben vorbereitet. Ausgehobene Erde türmt sich zwischen Friedhof und den Häuserriegeln an der Adolf-Kolping-Straße.

"Es ist das größte Projekt, das die Wohnungsbaugenossenschaft je gestemmt hat", sagte Bürgermeister Armin Warmuth (CSU). Beim Spatenstich war daher auch viel lokale Politprominenz zu Gast: Bezirksrätin Karin Renner (CSU), CSU-Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner und Landrat Thomas Bold (CSU).

Angefangen hatte die Idee für das Wohnbauprojekt mit einem Gespräch bei der Bundeswehr, wie Warmuth erklärte. Dort war vom Bedarf nach kleinen Wohnungen die Rede. Ein weiteres Anliegen, dem die WGH mit den Neubauten nachkommt, ist der Wunsch nach stadtnahen, alters- und behindertengerechten Wohnungen. Die neuen Gebäude werden die WGH voranbringen, sagte Warmuth.


Fertigstellung im Jahr 2019

Die zwei baugleichen Blocks, die nun zwischen Friedhof und Adolf-Kolping-Straße entstehen, bieten zwölf Drei-Zimmer-Wohnungen, zwölf Zwei-Zimmer-Wohnungen und vier Penthouse-Wohnungen - nach Angaben von Architekt Marcus Seifert rund 2000 Quadratmeter Mietfläche. Der erste Block soll im Frühjahr 2019 fertig werden, der zweite im Sommer 2019.

Da es sich um eine Nachverdichtung im innerstädtischen Bereich handelt, werden durch den Bau keine Flächen im Außenbereich verbraucht, stellte Landrat Thomas Bold (CSU) für das Projekt heraus. Es sei wichtig, nicht nur in den Metropolen, sondern auch in der ländlichen Gegend ein Mietwohnangebot bereitzustellen, zum Beispiel für Leute, die kein Eigenheim bauen oder sich leisten wollen, sagte Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner.

Die Kosten für die beiden Neubauten sind von ursprünglich angesetzten 3,6 Millionen Euro auf rund 4,4 Millionen Euro gestiegen. Daher werden die Wohnungsmieten auch nicht die günstigsten sein. Aber sie werden bezahlbar sein, wie Warmuth erklärte. Er und Seifert baten die Mieter in den Nachbarblocks um Verständnis für die Bauarbeiten. "Es wird zu Einschränkungen kommen", sagte Seifert. So müssen die Bewohner Lärm, Dreck und den Baustellenverkehr aushalten. Einige Mieter im Erdgeschoss haben derzeit einen Erdwall vor dem Fenster.

Und die Geduld der Bewohner in dem Stadtbereich wird noch mehr auf die Probe gestellt: Direkt nach Ostern beginnt der Ausbau der Friedhofstraße. Er wird Sperrungen und zusätzlichen Baustellenverkehr bringen. Zunächst ist ab Montag, 26. März, ein Abschnitt der Adolf-Kolping-Straße gesperrt. Dort muss ein neuer Kanal gezogen werden, um die entstehenden Wohnhäuser anzuschließen.