Wimpernklimpern, Schmollmund und dann ein breites, verführerisches Lächeln. Pauline Roßhirt weiß, wie sie ihre Mimik einsetzen muss, damit Männerherzen höher schlagen. Besonders bei Alois Gundalach, der auch prompt der jungen Dame verfällt.
Behutsam legt er seinen Arm um ihre Hüfte und strahlt sie an. Mit Argusaugen beäugt seine Frau im Hintergrund das Treiben. Und auch Sabine Roßhirt-Gundalach kann ihr Erstaunen über das ungleiche Paar kaum verbergen. Doch die Szene ist nur gestellt, extra fürs Foto.


Geflirtet und geflunkert

Das soll neugierig machen auf das diesjährige Theaterstück "Geräuchertes mit Sauerkraut". In diesem wird tatsächlich geflirtet auf Teufel komm raus, aber auch geflunkert. Noch vor Ostern feiern die Steinacher Laienschauspieler des Turnsportvereins (TSV) die Premiere der turbulenten Komödie von Regina Rösch. Entsprechend laufen die Proben auf Hochtouren.
"Ich muss mit Alois so richtig flirten", erzählt die 22-Jährige Pauline und zeigt es kurze Zeit später bei einer Szenenprobe. Das tut sie aber nur auf der Bühne, denn privat hat sie es viel einfacher. Schließlich ist Alois Gundalach ihr Opa, ihr schon von klein auf verfallen. Der 68-Jährige gehört ebenso wie Ehefrau Irene und Tochter Sabine Roßhirt-Gundalach von Anfang an zum Ensemble der Laienschauspielgruppe des TSV Steinach, die 1989 erstmals auftrat. Jetzt, 27 Jahre später, kommt mit Pauline die dritte Generation dazu.
"Mir macht das Theaterspielen einfach Spaß", erklärt die gelernte Kinderkrankenschwester. Außerdem ist sie mit dem Ensemble groß geworden. "Wir haben sie immer überall mitgenommen", erzählt ihre Mutter. Das blieb natürlich nicht ohne Folgen: Von Kindesbeinen an gehört Pauline zu den Aktiven der Steinacher Büttenabende. Nun spielt sie erstmals mit ihrer Familie Theater auf der Bühne in der frisch sanierten Henneberghalle. Ebenso wie Janine Dünisch und Christopher Freibott, die beiden anderen Neuzugänge der Theatertruppe.


Richtige "Tussis"

Die 21-Jährige Janine Dünisch hat ebenfalls schon Bühnenerfahrung, ist auch seit Jahren Mitwirkende beim Steinacher Faschingsprogramm. Nun schlüpft sie in die Rolle der Jaqueline, der Reisegefährtin von Chantal alias Pauline Roßhirt.
"Wir spielen so richtige Tussis, die was Reiches suchen, um ihren Urlaub zu finanzieren", sagt sie. Hört sich einfach an, ist es aber nicht. "Man muss erst einmal in die Rolle hineinkommen. Mit jeder Probe wird dann das Spiel besser", erklärt die gelernte Steuerfachgehilfin. Schließlich helfen auch die älteren Kollegen, geben Tipps, wie man was besser machen kann. "Aber auch wir Jungen dürfen den Älteren Vorschläge machen", so Dünisch.


Vieles ist neu in der Halle

Für Christopher Freibott hingegen ist das Auf-der-Bühne-stehen etwas völlig Neues. Aufgeregt ist er aber nicht, noch nicht. "Ich lass die Premiere einfach auf mich zukommen", erklärt er absolut cool. In dem Theaterstück gibt er "Viktor", den Masseur. Ihm zur Seite steht mit Sabine Roßhirt-Gundalach eine erfahrene Darstellerin, die in die Rolle der Physiotherapeutin Olga schlüpft.
Doch Christopher Freibott hat noch andere Qualitäten, die der Theatertruppe nützen. Als Maschinenbauingenieur kennt er sich mit allem Technischen gut aus. "Neulich war er mal nicht da, da haben wir das mit dem Bühnenaufbau nicht hinbekommen", gibt Hanni Schmitt ehrlich zu. Immerhin ist das gute Stück neu, wie so vieles in der Henneberghalle, die in den vergangenen Monaten umfassend modernisiert worden ist.
Für die Theatergruppe brachte die Sanierung eine dreijährige Pause mit sich. "Wir treten ja nicht jedes Jahr auf, sondern nur alle zwei Jahre", erklärt Alois Gundalach, wie die lange Unterbrechung zustande kam. Nun hoffen er und seine Mitstreiter darauf, dass die Steinacher sich auf die diesjährige Vorstellung genauso freuen wie in den Jahren zuvor. Außerdem haben die Akteure den ursprünglichen Text gehörig bearbeitet und mit allerhand Lokalkolorit gewürzt. Ähnlichkeiten mit real existierenden Steinachern seien dabei ganz zufällig.

Aufführungen Die Laienschauspielgruppe des TSV Steinach führt die Komödie "Geräuchertes mit Sauerkraut" am 18.und 19. März um 19.30 Uhr sowie am 27. und 28. März um 19 Uhr in der Henneberghalle auf.

Der Kartenvorverkauf findet am Sonntag, 6. März, von 13 bis 14 Uhr im Sportheim des TSV Steinach statt. Ab 7. März sind weitere Tickets bei Raumdecor Faber (Riemenschneiderstraße 2) erhältlich.

Ensemble Elmar Freibott, Robert Schmitt, Sabine Gundalach-Roßhirt, Helmut Schmitt, Hanni Schmitt, Irene Gundalach, Jürgen Wehner, Alois Gundalach, Christopher Freibott, Pauline Roßhirt, Janina Dünisch. Souffleuse: Uschi Freibott.