Der demographische Wandel macht auch vor der Gemeinde Riedenberg nicht Halt: "Leider hat sich auch im vergangenen Jahr die Bevölkerungszahl in Riedenberg erneut dezimiert", sagte Bürgermeister Dr. Robert Römmelt (SPD) in der Bürgerversammlung. Derzeit liegt die Anzahl der Riedenberger mit Erstwohnsitz bei nur noch 970. Nimmt man die Nebenwohnungen dazu, sind es noch 1073 Einwohner.
Wie viele andere ländliche Gebiete, ist laut Römmelt auch Riedenberg davon betroffen, mehr Wegzüge und Sterbefälle als Geburten und Zuwanderungen zu verzeichnen (siehe Info-Kasten). Doch mit einigen Veränderungen hofft der Bürgermeister, diesem Trend entgegenwirken zu können. So laufen die Vorbereitungen zur Installation der schnellen DSL-Verbindung auf Hochtouren. "Diese moderne Kommunikationstechnik ist heute unverzichtbar, will man junge Menschen an ihre Heimat binden", sagte Römmelt. Riedenberg kann mit der Höchstfördersumme rechnen, sodass 80 Prozent der Kosten gedeckt wären. In etwa sechs Wochen will die Gemeinde mit den konkreten Planungen des Netzes beginnen. Knackpunkt sei hierbei die Festlegung von Gebieten, die die Höchstleistung von 50 Megabit je Sekunde benötigen, da es sich bei dem Förderprogramm um eine Wirtschaftsförderung handelt und Betriebe ihren Bedarf anmelden müssen.
Auch im Bereich der Kinderbetreuung geht die Gemeinde neue Wege. Seit einiger Zeit werden im Riedenberger Kindergarten bereits Kinder ab zwei Jahren betreut. Nun hat der Gemeinderat beschlossen, die Betreuung auf Krippenplätze für Kleinkinder ab dem ersten Lebensjahr zu erweitern. Die Gemeinde förderte Umbau und Neubeschaffung mit bis zu 20 000 Euro .
Voraussichtlich ab dem neuen Kindergartenjahr im Herbst sollen zehn Krippenplätze zur Verfügung stehen. Bürgermeister Römmelt wies darauf hin, dass auch Kleinkinder aus Nachbargemeinden freie Plätze nutzen können, wenn diese nicht von Riedenberger Kindern in Anspruch genommen werden.
Es bleibt jedoch die Sorge um den Erhalt der Grundschule in Riedenberg. Derzeit sind noch drei Klassen belegt. "Besteht die Gefahr, dass unsere Kinder in Kürze nach Wildflecken müssen, nachdem dort die gesamte Grundschule nun saniert wird?", war eine der Fragen der Bürger. Laut Bürgermeister Römmelt ist dies bislang nicht geplant.
Als sehr erfreulich bezeichnete Römmelt die Entwicklung des Neubaus des Gemeindezentrums. "Mit Riesenschritten geht es voran." Ganz stolz ist er auf alle Riedenberger, die ihn durch ihr Engagement zur Eigenleistung mehr als überrascht haben. Die Kosten sind somit auch um bis zu 100 000 Euro geringer als in der Planung zu erwarten. Besonders hob der Bürgermeister den Einsatz des 3. Bürgermeisters Günther Koch und der beiden Gemeindearbeiter hervor.
Deshalb hat die Gemeinde auch die Pro-Kopf-Verschuldung auf einem äußerst niedrigen Stand gehalten. Trotz Investitionen von bisher rund 700 000 Euro für das Gemeindezentrum liegen die Schulden mit 314 Euro pro Einwohner ganze 400 Euro unter dem Landesdurchschnitt. Bereits im Sommer sei mit dem Einzug zu rechnen. Die offizielle Einweihung sei für Frühjahr 2014 geplant.
Große Diskussionen gab es in der Bürgerversammlung, wie auch in vielen anderen Gemeinden, zum Thema Kernzonenausweisung statt. In der Gemeinde Riedenberg sind bereits 700 Hektar durch Naturschutzgebiete eingeschränkt, weitere 70 Hektar durch Landschaftsschutzgebiete. Nun sollen weitere 16 Hektar für die Kernzonen-ausweisung geopfert werden.
Gemeiderat Klaus Zeier verwies darauf, dass dort eine Waldbewirtschaftung ausgeschlossen sei. Auch Joachim Hartling, Vorsitzender des Obst-und Gartenbauvereins, äußerte größte Bedenken. Hecken und Bäume würden wild ineinanderwachsen. Bei Schneebruch werde dies zu einem undurchdringlichen Dickicht, habe er in bereits bestehenden Urwaldzonen festgestellt. "Dort drinnen nistet kein einziger Vogel mehr", betonte er. "Unsere Landschaft ist eine Kulturlandschaft, die durch jahrhundertelange Pflege zu dem geworden ist, wie sie sich heute darstellt. Eine Verurwaldung erachte ich als eine Sünde an der Menschheit", sagte Hartling. Keinen Nutzen kann auch Frank Stanger erkennen. Werbung für den Tourismus sei durch die Kernzonen mehr als fraglich.


Einwohner

Zum Jahresbeginn wies die Statistik 970 Einwohner mit Haupt- und 103 mit Nebenwohnsitz aus. 1982 hatte Riedenberg noch 1263 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Bis 1988 sank die Zahl auf 1109, dann stieg sie in den 1990er Jahren wieder an und geht nun seit zehn Jahren kontinuierlich zurück (siehe Grafik unten). 2004 gab es in der Gemeinde zuletzt mehr Geburten (11) als Sterbefälle (10). 2012 standen vier Geburten zwölf Sterbefällen gegenüber. Noch drastischer ist die Entwicklung bei den Zu- und Wegzügen: 2011 kehrten 63 Menschen dem Ort den Rücken, 2012 waren es 64, während sich nur 43 beziehungsweise 38 Bürger neu anmeldeten.


Finanzen

Die Gemeinde hatte 2012 ein Haushaltsergebnis von 1,95 Millionen Euro. Obwohl eine halbe Million Euro in den Bau des neuen Gemeindezentrums investiert wurde, ging der Schuldenabbau weiter: Die Gemeinde hat derzeit 307 000 Euro Schulden bei 632 000 Euro an Rücklagen.

Windkraft

Bürgermeister Römmelt informierte darüber, dass im Regionalplan für die Region kaum Windkraft-Flächen vorgesehen sind. Damit sind die Pläne für eine Bürgeranlage in der Gemeinde Riedenberg vorerst auf Eis gelegt.

Kooperation

Riedenberg hat sich im vergangenen Jahr der Gemeindeallianz "Brückenauer Rhönallianz" angeschlossen. In Arbeitskreisen wird derzeit ein Konzept zur konstruktiven Zusammenarbeit zwischen den acht Gemeinden erarbeitet.

Sanierung

Das Heiligenhäuschen an der Kreuzung Mittelbachstraße ist derzeit abgebaut. Es wird saniert und soll in Kürze im Bereich des neuen Mehrzweckgebäudes neu aufgebaut werden.

Infrastruktur

Die Erdverkabelung hat begonnen. Gleichzeitig wurde die Straßenbeleuchtung erneuert und durch sparsame, helle LED-Leuchten ersetzt. Auch weitere Gasleitungen wurden in der Gemeinde verlegt.