Vor 66 Jahren begann die Unternehmensgeschichte. Damals gründete Josef Schmitter einen Autoteilehandel in Bielefeld. 1952 verbrachte er dann seinen Urlaub in Arnstein. Dort kam er zufällig mit einigen Stadträten ins Gespräch. Sie stellten ihm ein Gebäude zur Verfügung, in dem der Westfale seinen Betrieb errichten konnte. Später erweiterte er ihn sogar nach Thüngen.
Vor 25 Jahren übernahm Schwiegersohn Hans-Dieter Böhmer die Firma. "Einer Expansion in Arnstein waren Grenzen gesetzt, weil es kein Gewerbegebiet besitzt", erklärte Böhmer. Eine Lösung bot sich aber im Gewerbegebiet Westheim mit der früheren Halle von Brachot an. Diese erwarben Geschäftsführer Böhmer und die Gesellschaftspartner als Versandhalle und Konfektionsabteilung für Hydraulikschläuche. Zusätzlich wurde ein Verwaltungsgebäude errichtet.
So entstanden 70 Arbeitsplätze, vermutlich werden es noch mehr. So will das Unternehmen einige Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Die Mitarbeiter haben ein großes Lernpensum. "Meine Angestellten müssen sich mit Hydraulikteilen bestens auskennen. Bei einer falschen Lieferung könnte nämlich immenser Schaden für Mensch und Umwelt entstehen", unterstreicht Böhmer. Auch müssen die Beschäftigten gut zu Fuß sein. "In unserem Lager läuft ein Mitarbeiter bis zu 18 Kilometer täglich", erklärt er.
Schwerpunkt der Firmentätigkeit ist Deutschland, doch Schmitter kann auch weltweit schnell und pünktlich liefern. Böhmer ist eigentlich schon im Ruhestand. "Aber Hammelburg wollte ich noch aufbauen, um es meinem Schwiegersohn zu übergeben", erklärte er.
Zur Produktpalette gehören hydraulische Verbindungstechnik wie Verschraubungen, Kupplungen oder Messtechnik sowie Hydraulik-Komponenten. Beispiele hierfür sind alle Arten von Ventilen aber auch Pumpen, Tanks und Filter. Daneben spielt die Niederdruck- und Druckluft-Verbindungstechnik eine tragende Rolle. Als Lieferant für Schläuche, Rohre, Armaturen und Verschraubungen hat sich das Branchen-Unternehmen ebenso einen Namen erworben wie in der Fahrzeugelektrik.
Schmitter ist auch vor Ort präsent. "Wenn der Firma Bindrum ein Hydraulikschlauch am Bagger platzt, muss sie nur um die Ecke gehen und erhält umgehend das passende Ersatzteil", gibt Böhmer ein Beispiel. Zu den Kunden gehören ebenso der Garten- und Baumarkt Müller, das Autohaus Sell und viele Landwirte.
Das Gros liegt jedoch im Versandhandel. Auf 960 Quadratmetern Regalfläche - die verdoppelt werden soll - liegen alle bestellten Teile der Zulieferer. Doch auch für maßgeschneiderte und individuelle Lösungen ist Schmitter der richtige Ansprechpartner.
Bei einem Festakt am Samstag führte Böhmer nach der Begrüßung in die Familienhistorie ein. Gesellschaftsvertreter Johannes Richter wünschte "ein gesundes und nachhaltiges Wachstum und sichere Arbeitsplätze". Vize-Landrat Emil Müller nannte die Eröffnung "einen besonderen Tag für den Landkreis" und dankte für die Standortentscheidung und die Unterstützung der Regierung von Unterfranken. Deren Vertreterin, Direktorin Gisela Götz, zeigte sich erfreut, dass wirtschaftlicher Erfolg nicht nur in den Metropolen möglich sei.
Bürgermeister Ernst Stross, der die Grüße der Stadt überbrachte, sprach vom "richtigen Schritt, nach Hammelburg zu kommen" und hofft auf weitere Arbeitsplätze. Ortssprecherin und Stadträtin Gaby Ebert wünschte im Namen der Ortsbewohner Glück und zeigte sich "stolz, dieses Schmuckstück in Westheim zu haben".
Für die IHK lobte deren Hauptgeschäftsführer Ralf Jahn den Verbleib des Unternehmens in Mainfranken, das sich "als weltoffen und heimatverbunden" erweise, und übergab Salz und Brot. Schmitter-Mitarbeiter Siegfried Dannhäuser überreichte mit dem Dank der Belegschaft ein Gemälde des neuen Domizils. Den Segen Gottes für das neue Haus und die Menschen, die darin arbeiten, erbaten die Pfarrer Gerhard Götz aus Arnstein und sein evangelischer Amtskollege Robert Augustin.
Bei einer Führung durch die Gebäude konnten sich die Gäste auch selbst ein Bild von dem Unternehmen machen.