Frank Hertel, im vergangenen Jahr Direktkandidat zur Bundestagswahl für die Partei Die Linke, ist jetzt Sprecher der Partei in Main-Rhön, wie der Kreisvorsitzende der Linkspartei genannt wird. Der 46-Jährige wurde in der Kreismitgliederversammlung in Zeil am Main gewählt, nachdem der bisherige Sprecher, Oliver Plume, vor kurzem aus beruflichen Gründen zurückgetreten ist.

Die Mitgliederversammlung wurde noch vom scheidenden Sprecher Oliver Plume eröffnet. Er berichtete, dass es 2018 deutlich mehr Neueintritte gegeben habe und diese auch aktiv mitarbeiten würden. Die Partei stoße auch bei ehemaligen politischen Gegnern zunehmend auf Interesse. Dies hätten auch die Infostände zur letzten Bundestagswahl gezeigt.

In seiner Bewerbungsrede erklärte Hertel, warum er politisch aktiv geworden ist. Er kritisierte den masiven Mangel an Pflegepersonal, die Schließung von Krankenhäusern und verwies in diesem Zusammenhang auch auf das geplante Volksbegehren zum Pflegenotstand. Des Weiteren forderte er bessere Integrationsprogramme für Geflüchtete statt Hetze und Ausgrenzung. Auch thematisierte er den zunehmenden Fachkräftemangel im Handwerk.

Die Linke habe bei der Bundestagswahl bayernweit 6, Prozent der Zweitstimmen geholt, so Hertel.
Der Direktkandidat für den Wahlkreis Rhön-Haßberge, Florian Beck, forderte in seiner Vorstellungsrede neue strukturpolitische Impulse, um die stetig voranschreitende Landflucht zu verhindern. Ortskerne müssten wiederbelebt werden und Anreize zur Ansiedelung von Metzgern, Bäckern und vor allem Ärzten geschaffen werden.

Frank Hertel schloss die Versammlung mit Hinweisen auf kommende Veranstaltungen. So komme am 18. September der erste linke Ministerpräsident des Freistaates Thüringen, Bodo Ramelow, auf den Marktplatz in Bad Neustadt und werde über Die Linke in Regierungsverantwortung sprechen. Am 2. Oktober sei dann Gregor Gysi zu Gast im Naturfreundehaus in Schweinfurt.