Wer trotz der Sommerhitze gekommen war, brauchte den Besuch nicht zu bereuen: Mit einem international ausgerichtetem Konzert begeisterte der Folklorechor unter der Leitung von Dmitrjy Romanetskjy sein Publikum.

Chormitglied Waltraud Hassa führte mit viel Humor in die abwechslungsreichen Abschnitte ein. Die Lieder wurden jeweils in der Originalsprache gesungen und die begeisterten Zuhörer spendeten reichen Applaus.

Begonnen wurde mit dem Lied "Am guten Alten", das 1975 zum offiziellen Sängerspruch des Sängerkreises Schweinfurt bestimmt wurde. Wie Waltraud Hassa sagte, gibt der von Friedrich Rückert stammende Satz genau wieder, wie mit dem Liedgut verfahren werden soll: "Am guten Alten in Treue halten, aber auch am Neuen sich wärmen und erfreuen."

Nach einem weiteren deutsch gesungenen Lied "Tanzen und Springen" wurden südliche Gefilde mit den Titeln "Scia, scia Peppina" und das bekannte "Santa Lucia" besungen. Es folgte eine "Reise" in die Tschechoslowakei mit dem Volkslied "Tanzuj", das vom Tanzen, von Soldaten und vom Leben der Zigeuner erzählt. Ein weiteres Lied, aus der dalmatinischen Nachbarschaft, trug den Titel "Kad si bila mala Mare". In der Übersetzung heißt es: "Als du klein warst, Mare, hast du das Meer geliebt. Jetzt bist du groß geworden, Mare, nun liebst du Matrosen."

Weiter ging es nach Brasilien mit dem fröhlichen, portugiesisch gesungenen, "Balaio". Das Lied von einer Insel im Sonnenschein, ein Paradies zwischen Himmel und Erde, wurde durch Harry Belafonte bekannt. Den französischen und englischen Text trugen die beiden Solisten Matthias Weber und Oliver Deininger vor.

Der Folklorechor Nüdlingen-Bad Kissingen setzte seine Reise fort. Besungen wurde Andalusien mit "Con el Vito" und Israel. Dabei ragte das hebräisch gesungene Lied "Hallelu Iisraek" mit Texten aus Psalmen heraus. Sein Leistungsvermögen zeigte der Chor dann in dem Lied "Die Ehre Gottes" von Ludwig van Beethoven. "You make it rain for me" lautete der Titel eines Gospels aus den USA, und als Kontrast folgten zwei Strophen des Liedes "Moskauer Nächte", in russischer Sprache gesungen. Schmunzeln konnten die Zuhörer, als das Kinderlied "Auf einem Baum ein Kuckuck saß" vorgetragen wurde.

Noch eine ganze Reihe weiterer "Leckerbissen" wurden zu Gehör gebracht. Den Schluss bildete die "Ode an die Freude" nach einem der berühmtesten Gedichte von Friedrich Schiller. Die Musik folgt dem 4. Satz der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Mit dieser Hymne schloss das Konzert in europäischem Geiste. Der lang anhaltende Schlussapplaus - nach einer rhythmischen Zugabe - beendete das fröhlich stimmende Konzert.