Mit drastischen Worten erläuterte er die Situation: "Der Sch... zwingt uns in die Knie, es gibt heuer keinen Fasching." Zwar trainierten seit dem 15. Juni die jüngsten Mitglieder wieder unter den vorgeschriebenen Hygienemaßnahmen, aber an Auftritte sei nicht zu denken: Im Vereinsheim "Krone" dürften maximal 100 Besucher zur Vorstellung kommen, was sich finanziell nicht lohne.

Vor allem aber seien die Umkleidekabinen für die 60 bis 70 Aktiven, die bislang bei jeder Faschingssitzung auftraten nicht genügend. "Es scheitert dort an den Abstandsregeln, Hygienevorschriften könnten bei der Zahl der Beteiligten nicht eingehalten werden." Unter anderem müsste jeder Akteur eigene Schminckutensilien mitbringen. Da dies alles nicht möglich sei, habe der Vorstand schweren Herzens beschlossen die Faschingssession 2020/21 komplett zu streichen. "Wenn alles gut geht, werden wir zum 1. Mai 2021 wieder den Maibaum stellen", gab der Vorsitzende den nächsten Termin bekannt. Bis dahin werde sich der Vorstand auch Gedanken machen, wie das 50-jährige Bestehen des Reiterswiesener Karnevals gefeiert werden könne, das eigentlich 2020 anstand. "Aber irgendwas wird uns schon einfallen, möglicherweise feiern wir dann 50+1", sagte Matthias Bühner.

In der Jahreshauptversammlung der Fidelia wurden jedenfalls die noch lebenden Gründungsmitglieder Hermine und Siegfried Albert, Eleonore Greubel, Rudi Greubel, Erhard Holzapfel, Rudolf Kiesel, Ewald Kos, Werner Mock und Georg Renninger für ihre 50-jährige Vereinstreue geehrt. Seit 25 Jahren sind Petra Scheit, Caroline Bauer und Julia Gensler dabei.

Wie den Berichten vom Vorsitzenden Matthias Bühner und Sitzungspräsident Alexander Pusch weiter zu entnehmen war, sei die Session 2019/20 sehr erfolgreich verlaufen: Bernd Kiesel erhielt den "Till von Franken", eine der höchsten Faschingsauszeichnungen, der Kinderfasching sei sehr gut besucht gewesen, ebenso das Faschingstreiben im Tattersall, das mit dem Garitzer BTC und der Stadt veranstaltet wurde. Die vier Tanz-Garden und das Tanzmariechen traten insgesamt rund 40 mal auf, so dass es nun kein Wunder sei, dass sich "Mini- und Linsenspitzer-Garde wieder freuen wie die Schneekönige, dass sie seit Mitte Juni wieder trainieren dürfen". Eine Freude, die auch auf die Eltern übersprang, sagte Vorsitzender Matthias Bühner, der zudem ganz stolz feststellte, dass im Berichtsjahr die Fidelia Reiterswiesen 18 neue Mitglieder bekam. Zur Zeit habe der Verein 297 Mitglieder und sei somit der drittgrößte Verein im Stadtteil. Einstimmig beschloss die Versammlung die vom Vorstand vorgetragene Erhöhung des Mitgliedsbeitrages: Der Jahresbeitrag beträgt ab dem kommenden Jahr 15 Euro.