Das Netzwerk für soziale Dienste e.V. steht seit einem Vierteljahrhundert für innovative Arbeit und Ideen in der Jugendhilfe. Und so wundert es nicht, dass der Verein seine Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen trotz der Pandemie ebenso kreativ feierte. Via Zoom-Konferenz am Bildschirm versammelten sich Mitarbeiter, Wohngruppen und die Behördenvertreter in einer geselligen Runde - jeder vor seinem eigenen Bildschirm - und ließen diese Zeit Revue passieren.Wie es sich bei einer klassischen Jubiläumsfeier gehört, gab es auch hier Grußworte, die aufgelockert wurden von Beiträgen aus den einzelnen Gruppen des Netzwerkes. Karlheinz Friedel, Gesamtleiter der Einrichtungen, Netzwerk-Vorsitzender und -mitbegründer betonte, dass das Jubiläum trotz Corona nicht untergehen sollte.

Der Verein wurde im Mai 1996 ins Leben gerufen mit dem zentralen Anliegen, "gute, innovative Jugendhilfe mit fairen Bedingungen für die Mitarbeiter, ohne Gewinnorientierung und mit menschlicher Wertschätzung" zu leisten, so der Vorsitzende. Die Gründungsvorstände waren neben Karlheinz Friedel, Anja Heide und Helga Sommer. Anja Heide habe ihn bestärkt, diesen Schritt zu wagen. Die Grundprämissen seien immer gelebt worden, stellte Karlheinz Friedel fest. "Davon profitieren an erster Stelle die Kinder." Seine Ansage für die Zukunft: "Wir werden qualitativ weiterwachsen".

In der Feier zum 25-jährigen Jubiläum läutete Friedel auch eine Zeitenwende ein. Er kündigte an, er werde zum 1. Juni die Gesamtleitung der Einrichtung an seine Stellvertreterin Daniela Schmitt abgeben. Er selbst werde ihre Rolle übernehmen und als stellvertretender Gesamtleiter künftig vor allem in bera­tender Tätigkeit arbeiten. Seine beiden Erziehungsleitungen in der Münnerstädter Knopfkiste und im Kinderhaus Aura bleiben von der Veränderung unberührt, auch als Vorsitzender des Trägervereins wird er weiter tätig sein. Mit dieser Entscheidung soll ein fließender und reibungsloser Übergang eingeläutet werden, denn im Jahr 2023 wird Karlheinz Friedel das Rentenalter erreichen. Auch Anja Heide wechselt aus diesem Grund aus der Erziehungsleitung in eine beratende Stabstelle. "Es ist ein guter Schritt, jetzt in die zweite Reihe zu gehen. Der Gedanke gefällt mir", betonte Anja Heide. Im ehrenamtlichen Vorstand des Netzwerks wird es ebenso eine Veränderung geben. Die 2. Vorsitzende Elisabeth Mehler gibt nach 22 Jahren ihr Amt zurück. "Es ist total schade, aber ich kann es auch gut verstehen", betonte Karlheinz Friedel. 22 Jahre sei ein ewiger Zeitraum. Elisabeth Mehler sei in all diesen Jahren 2. Vorsitzende gewesen und habe ihm immer zur Seite gestanden.

Viele treue Mitarbeiter

In der Feier galt Karlheinz Friedels Dank den behördlichen Stellen, mit denen das Netzwerk in den vergangenen 25 Jahren zusammengearbeitet hat. Die Gespräche seien immer fruchtbar gewesen und man habe trotz unterschiedlicher Meinungen immer einen Konsens gefunden. Den engen Kontakt zum Berufsbildungszentrum in Münnerstadt bezeichnete Karlheinz Friedel als "Win-Win-Situation". Viele Praktikanten haben in dieser Zeit im Netzwerk ihre ersten beruflichen Schritte getan, auch die neue Gesamtleiterin Daniela Schmitt kam über das BBZ zum Netzwerk und fand hier ihre berufliche Zukunft. Sie habe damals festgestellt: "Da will ich sein", sagte sie in der Feier.

Flexibilität, Kreativität, Wissen und Wahrheitsliebe seien die Kennzeichen des Netzwerks, betonte Peter Kiesel von der Heimaufsicht der Regierung von Unterfranken. "Wir sind froh, dass es das Netzwerk gibt". Aus der Versorgung in Unterfranken sei der Verein nicht mehr wegzudenken. Er würdigte auch die Bereitschaft des Vereins, in humanitären Notlagen Risiko zu tragen. So habe das Netzwerk 2015 mit dem Haus Akwaaba in Münnerstadt eine Wohngruppe für minderjährige Flüchtlinge gegründet ohne vorher lange planen zu können.

Bemerkenswert nannte Peter Kiesel, dass das Netzwerk unter allen Trägern eine der geringsten Mitarbeiterfluktuationen habe. Das sei von unschätzbarem Wert für die Kinder und Jugendlichen. Gerade in der Corona-Zeit seien die Mitarbeiter in der stationären Jugendhilfe besonders gefordert gewesen. Was da geleistet werden musste, sei von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen worden.

Der Leiter des Bad Kissinger Jugendamtes, Manfred Kutz, unterstrich die gute und enge Zusammenarbeit ebenso wie seine Kollegin aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld, Helga Stockheimer-Fries. Das Leitbild werde hier wirklich gelebt. Die Jugendamtsleiterin sprach von Verlässlichkeit und Qualität. Der Leiter der Caritas-Erziehungsberatung im Landkreis Rhön-Grabfeld, Markus Till, lobte den direkten und ehrlichen Umgang mit den Familien. Es gebe keine Tabus, alles würde diskutiert. "Ich freue mich auf die Zukunft", betonte er. Die Schulleitung des BBZ Münnerstadt, mit Georg Gißler und seinem Stellvertreter Christian Zintl, verglich das Netzwerk mit einem Schiff. "Es macht Spaß mit Euch zu segeln", betonten beide. Denn nicht das Boot, sondern die Menschen, die darauf sind, stünden im Mittelpunkt.

Die einzelnen Bereiche des Netzwerkes steuerten persönliche Beiträge zur Jubiläumsfeier bei und unterstrichen damit das Gesagte mit Eindrücken aus dem Alltag und mit Aussagen wie: "Wir sind eine große Familie geworden", "Wir sind so ein witziger Haufen" oder "Ich finde, dass man hier gut aufwachsen kann."

Das Netzwerk für soziale Dienste:

Angebote

Das Netzwerk für soziale Dienste umfasst in den Landkreisen Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld ein breites Angebotsfeld in der Jugendhilfe. Dazu gehören: Ambulante Dienste (auch im Kreis Schweinfurt), Familienhebammen, HPT Salz, JuST Bad Neustadt, Mürschter Kinderhaus, Nes-P@d-Elterntraining, interne therapeutische Angebote, Vormundschaft für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge, Wohngruppe Oberebersbach, Kinderhaus Aura, Mürschter Knopfkiste. Beschäftigt sind im Netzwerk 64 Mitarbeiter.

Info netzwerkev.org