Ein Blick, ein Wort oder eine Geste von Marek Jama reicht aus, und die exotischen Tiere des Zirkus Charles Knie wie Elefanten, edle Pferde, Zebras, Rinder, Kamele oder Kängurus führen seine sanften Befehle aus. "Das Wichtigste ist, dass die Tiere einem vertrauen und keine Angst vor einem haben" so der Tierlehrer, der sich der humanen Dressur - eine Lehre, die Gewalt und Zwang bei der Arbeit mit Tieren ablehnt - verschrieben hat.
Von Sonntag auf Montag reisen er und der ganze Zirkustross von Fulda nach Bad Kissingen auf den Festplatz auf dem ehemaligen Kasernengelände, um sich hier auf die Vorstellungen vorzubereiten. Ab Dienstag heißt es dann wieder "Manege frei".

Der Anfang war schwer

"Wenn ein neues Tier zu mir kommt, lernen wir uns erst mal kennen" erzählt Marek. "Erst wenn ich weiß wie das Tier reagiert, was es kann und gerne macht, dann passe ich gezielt eine Shownummer an dessen Fähigkeiten an." Das Einstudieren einer Nummer ist also immer vom Tier abhängig.
Doch die Arbeit in der Manege ist ihm nicht das Wichtigste. "Dass ich bei den Tieren sein und mit ihnen arbeiten kann, ist mir viel wichtiger" sagt Jama, der nun seit zwölf Jahren Elefanten, Emus und Zebras als Kollegen hat. Doch der Anfang war schwer. Gegen den Willen seiner Eltern hat er nach erfolgreich abgeschlossenem Abitur sein Studium abgebrochen und eine dreijährige Ausbildung an der Zirkusschule begonnen.

Vieles selbst beigebracht

Zunächst arbeitete er an der Luftperche unter der Zirkuskuppel, bevor seine Karriere als Tierlehrer begonnen hat. Durch Beobachten und regen Austausch mit seinen Kollegen, brachte sich der nun 35-Jährige sein Können mit den Tieren selber bei, und schon bald stand er mit einer Tiger-Nummer im Zentralkäfig. Seit 2007 gehört er fest zum Team des Zirkus Charles Knie und ist hier der Hauptverantwortlich für alle rund 100 circuseigenen Tiere.
Wenn sich der Vorhang öffnet, hat Marek Jama schon einen langen Arbeitstag hinter sich. Der beginnt um 6 Uhr, wenn er, unterstützt von acht Tierpflegern, seine Schützlinge putzt, pflegt und füttert. Dann geht es weiter mit den Proben, den sogenannten "Morgenarbeiten". Auch kleine Verletzungen und Krankheiten behandelt der polnische Tierlehrer selbst, wobei ihm sein abgebrochenes Studium der Tiermedizin zugute kommt.
Mittlerweile freuen sich seine Eltern mit ihm. "Immerhin lebe ich meinen Traum", sagt Marek Jama. In stillen Stunden genießt er die Nähe zu seinen Tieren. Und so wie sich der Tierlehrer über den Applaus des Publikums freut, gibt er dieses Lob in Form einer leckeren Belohnung an seine Tiere weiter.
Auch wenn Marek Jama alle seine Tiere liebt: Eines hat sein Herz wirklich vollkommen erobert. "Mein absolutes Lieblingstier ist Teddy, mein Jack Russell Terrier. Der kann mit mir machen was er will und bekommt alles."

Infos rund um die Tournee

Vorstellungen auf dem Festplatz der ehemaligen Kaserne beginnen am Dienstag, 26., und Mittwoch, 27. März, jeweils um 15.30 und um 19.30 Uhr. Am Donnerstag öffnet sich nur um 15.30 Uhr der Vorhang. Die Familienvorstellung mit ermäßigten Preisen findet am Dienstag, 26. März, um 15.30 Uhr statt.
Die Tiere können am Dienstag und am Mittwoch jeweils von 10 bis 13 Uhr und außerdem in den Pausen der Circusvorstellungen besucht werden. Karten gibt es im Vorverkauf bei der Saale Zeitung, Theresienstraße 21, im Internet unter der Adresse www.zirkus-charles-knie.de sowie ab Dienstag, 26. März, täglich ab 10 Uhr an der Circuskasse am Festplatz. Außerdem kann man sich unter Tel.: 0171/ 946 2456 Karten reservieren lassen.