Er ist ein echter "Bröggenäer Jong" mit einem sehr bewegten Leben. Am Mittwoch, 21. Februar, feiert der Brückenauer Klaus Abersfelder seinen 80. Geburtstag. Er war der zweite Sohn der Eheleute Anna und Josef Abersfelder aus der Müllersgasse.

Während des Kriegs besuchte Klaus den Kindergarten in der Fuldaer Straße. "Meine Kindheit fiel in die schlimme Zeit des Zweiten Weltkrieges", erzählt er. Seinen Vater lernte er nicht kennen. Josef Abersfelder wurde bereits zu Beginn des Krieges eingezogen. 1944 die schlimme Nachricht: Sein Vater vermisst in Russland. Er kehrte nie nach Hause zurück. Nachforschungen blieben ohne Erfolg.
"Ohne Vater und ohne Geld musste ich nach dem Krieg mein Leben meistern", erzählt Klaus Abersfelder. Während er die Volksschule besuchte, musste er auch Geld verdienen um sich und seine Mutter zu ernähren. "Es ging ums Überleben", ergänzt der 80-Jährige.

Mit dem Milchbauern aus Detter zog Klaus Abersfelder durch die Dörfer, verkaufte Milch, später auch Eis und bettelte um Brot. Dieses gab er zuhause ab und verteilte es auch unter den Nachbarn. "In der Metzgerei Anna Happ habe ich nach der Schule mein Essen verdient", ist er heute noch dankbar für diese Arbeit.

Samstags arbeitete er von 7 bis 19 Uhr und erhielt hierfür ein Essenspaket und drei Mark. "Die Nachkriegsjahre waren eine schwere Zeit mit großer Armut. Sie haben mein Leben geprägt", blickt Klaus Abersfelder zurück.


Ausbildung mit 14 Jahren

Mit 14 Jahren begann er eine Ausbildung zum Spengler und Installateur bei der Firma Raimund Kirchner. "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", ergänzt der Jubilar und runzelt die Stirn. "Ich wurde nach allen Regeln der Kunst ausgenutzt." Auch Ohrfeigen wurden verteilt. 1957 begann er als Geselle bei der Firma Heidelmeier und spezialisierte den Tankbau.

Schließlich lernte er Hannelore, Tochter von Philipp und Erna Hofmann, kennen. Er war 24 und sie 22 Jahre jung als sie 1962 heirateten und er zu ihr in ihr Elternhaus in die Buchwaldstraße zog. "Meine Schwiegereltern waren für mich wie Eltern." Mit der Geburt der Söhne Thomas im Jahr 1963 und Harald 1965 war die Familie komplett.

Zunächst arbeitete Klaus Abersfelder in der Firma seines Schwiegervaters zur Herstellung von Damen-Holzabsätzen. Er sah hierin jedoch keine Zukunft und wechselte 1963 in die Stahlbranche. Unterstützt von Schwiegervater Philipp, seiner Frau Hannelore im Büro und einem Mitarbeiter wagte Klaus Abersfelder mit "Öltankbau Abersfelder" den Schritt in die Selbstständigkeit.


Immer weiter qualifiziert

"Erstklassige Arbeit und Termineinhaltung", erzählt der Unternehmer waren die wichtigsten Voraussetzungen. Durch Lehrgänge qualifizierte er sich weiter. Schließlich wurden Spezial- und Druckbehälter gebaut und weltweit geliefert.

Das Auftragsvolumen wurde größer und das Betriebsgelände um einige Hallen erweitert. 1988 erhielt Abersfelder die Stadtplakette in Gold für unternehmerische Weitsicht zum Wohle der Stadt. Auflagen des Landratsamtes bedeuteten 1990 jedoch das Aus für den Standort, wie Abersfelder deutlich macht. "Also mussten wir unsere schöne Stadt verlassen und die Steuern fließen seitdem nach Schondra", sagt der Geschäftsmann.


Mit Auszeichnung gewürdigt

1991 begann der Bau der Firma in Schildeck. "Die Aufbauzeit war eine harte Zeit", erzählt er von Schwierigkeiten und Auflagen seitens der Behörden die es zu bewältigen galt. Da sich danach weitere Betriebe ansiedeln konnten, erhielt Klaus Abersfelder 1993 eine Auszeichnung des Marktes Schondra.

Bis heute ist der Senior ein aktiver Sportler. "Ich habe ja neben dem Turnplatz gewohnt" erklärt der 80-Jährige, der seit 25 Jahren das goldene Sportabzeichen absolviert. So wie auch dieses Jahr. Leichtathlet in mehreren Disziplinen, Faustballer, Fußballer und Tennisspieler - zahlreiche Urkunden und Auszeichnungen zeugen von seinem Talent. Auch heute noch ist er viel zu Fuß und auf dem Rad unterwegs, schwimmt und trainiert mit Hanteln und Gewichten.

"Ich bin dankbar, dass ich mein Leben lang Sport treiben konnte und bis heute gesund geblieben bin", ergänzt Klaus Abersfelder. Und er fügt hinzu: "Ich habe aber auch stets mit Ausdauer und Disziplin gelebt und bin mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben."