"Unser guter Kollege und Mitstreiter, den man berechtigt als Urgestein gewerkschaftlicher Geschichte in Bad Kissingen bezeichnen darf", so Klamet, starb am 29. Dezember im Alter von 84 Jahren, im Kreise seiner Familie.

Mitte der 1970er Jahre übernahm Gottfried Hergenröther, von seinen Freunden kurz "Goofy" genannt, den stellvertretenden Vorsitz im DGB-Ortsverband Bad Kissingen. Er galt und gilt als Bewahrer des DGB-Ortskartells, sorgte er doch in den schwierigen Phasen mit ganzem Einsatz für den Fortbestand der Gewerkschaftsarbeit vor Ort. Für sein großes Engagement und seine jahrelange Arbeit im DGB - die er meist im Hintergrund, aber als Organisator von Veranstaltungen verschiedenster Art mit großem Talent ausübte, erhielt Hergenröther im Juni 2010 die Fritz Soldmann Urkunde.

Regionsgeschäftsführer Frank Firsching überreichte dem dienstältesten DGB-Aktivisten die höchste Auszeichnung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Unterfranken im Rahmen einer Festlichkeit in Hof Bad Kissingen.


Vertrauensmann bei der ÖTV und 25 Jahre im Personalrat

Gottfried Hergenröthers beruflicher Weg begann 1948 mit einer Ausbildung zu Grubenschlosser im Bergbau. Nach Schweinfurt führte ihn es zur Firma Schuster und Schmied, nach deren Konkurs zur Baufirma Glöckle, in derer er als Betriebsschlosser für Baumaschinen bis Januar 1962 beschäftigt war. Der Städtische Bauhof Bad Kissingen wurde dann zum festen Arbeitsplatz für Hergenröther, dort arbeite er von 1976 bis 1996, dem Jahr seines Ausscheidens aus dem Arbeitsleben. Dort hatte er auch das Amt des stellvertretenden Leiters inne, wär in dieser Zeit Vertrauensmann bei der ÖTV und 25 Jahre im Personalrat der Stadt Bad Kissingen, eine Periode sogar als Personalratsvorsitzender. Bereits 2009 wurde Gottfried Hergenröther für 40-jährige Mitgliedschaft in seiner Gewerkschaft (früher ÖTV, jetzt Verdi) geehrt.

Der Tod von Gottfried Hergenröther hat den DGB Kreisverband Bad Kissingen schwer erschüttert, so Klamet. "Seine Taten wirken nach, selbst die Gründung des DGB Kreisverbandes trägt seine Handschrift, da ohne seinen Willen, die Gewerkschaftsarbeit in Bad Kissingen aufrecht zu erhalten, vieles nicht möglich gewesen wäre. Und er war nicht nur ein Gewerkschafter sondern auch ein guter Kollege und Freund, der nie aufgab, trotz aller Leiden nie klagte und Dinge anpackte, anstatt zu lamentieren. Wir sind ihm zu großen Dank verpflichtet und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

Die Beisetzung findet am Freitag, 12. Januar um 13.30 Uhr, auf dem Parkfriedhof statt.