Das Nüdlinger Heimatmuseum soll mit der Modernisierung an Attraktivität gewinnen. Der Tagesordnungspunkt hatte in der Bevölkerung großes Interesse ausgelöst, und die Zahl der Zuhörer der Nüdlinger Gemeinderatssitzung war ungewöhnlich groß.

Wie Bürgermeister Harald Hofmann ausführte, hatte sich der Heimatverein Nüdlingen bereits seit einiger Zeit mit dem Gedanken einer Modernisierung des "Nüdlinger Kleinods" befasst und die Gemeinde um professionelle Hilfe gebeten. Es kam im letzten Jahr zum Besuch des Bezirksheimatpflegers Klaus Reder und der Kulturhistorikerin Daniela Kühnel, die das Museum zusammen mit dem Vorstand des Heimatvereins, Bürgermeister und Verwaltung besichtigten und durch Workshops das Grundkonzept für die Modernisierung erarbeiteten. Es wurde in der Sitzung von Daniela Kühnel vorgestellt. Sie war übrigens bereits vor einigen Jahren damit beauftragt worden, die Ausgrabungen aus der Hallstattzeit mit dem spektakulären Hallstattgrab neu zu präsentieren.


Etwa 10.000 Objekte untergebracht

Laut Aussage der Kulturhistorikerin sind im Heimatmuseum etwa 10.000 Objekte untergebracht, aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Die heterogene Sammlung aus der Zeit ab Mitte der 1960er Jahre umfasst Themen der Vor- und Frühgeschichte, landwirtschaftliche Geräte, bäuerliche Wohnkultur, Zeugnisse der Volksfrömmigkeit, Trachten, Waffen, eine Feuerwehrsammlung, eine Spezialsammlung "Eulen", sowie technische Spezialsammlungen, wie Schreibmaschinen, Nähmaschinen oder Fotoapparate.

In den Workshops haben sich folgende Ideen entwickelt: In den kommenden fünf Jahren soll ein neues, zeitgemäßes Konzept erarbeitet und umgesetzt werden. Dazu gehörten auch die Sichtung, Sortierung und "Entsammlung" der Bestände des Museums. Die Teilnehmer befassten sich unter anderem mit der Frage: "Wie kann man das Museum fit für die Zukunft machen?" Viel war von "Strategien" die Rede. Kühnel sprach von Sammlungsstrategie, Depotstrategie, Führungsstrategie, Sonderausstellungsstrategie und Netzwerkstrategie. Bei der Sonderausstellungsstrategie ist die Bemühung, die Besucher zum Wiederkommen zu veranlassen. Einige seien Langzeitprojekte.

Die Fertigstellung der Neukonzeption solle im Jubiläumsjahr 2022 abgeschlossen sein. In diesem Jahr werden "1250 Jahre Nüdlingen" und "50 Jahre Gebietsreform" gefeiert. Die Vorstellungen, wie das Museum neu geordnet werden soll, waren in die Räumlichkeiten eingetragen worden.


Grobe Kostenschätzung: 465.290 Euro

Als Ideen für Sonderausstellungen wurden genannt: 2018: Nüdlinger Medizingeschichte, 2019: Vereine in Nüdlingen, 2020: Der Bauboom im Dorf - Nüdlingen und die Jahre ab 1970. 2021: Die Elektrifizierung Nüdlingens, 2022: Das Jubiläumsjahr. Für die angedachten 30 Räume wurde eine grobe Kostenschätzung veranschlagt. Daniela Kühnel kam auf die Summe von 465.290 Euro.

Bürgermeister Harald Hofmann bedankte sich für die beeindruckende Ausarbeitung bei der Kulturhistorikerin. Er machte deutlich, dass der Heimatverein unterstützen werde und sprach die Hoffnung auf Zuschüsse an. Sein Fazit: "Das sind wir unseren Kindern und Enkelkindern schuldig." Der Beschluss des Gemeinderates fiel einstimmig aus. Das Konzept zur Modernisierung des Heimatmuseums wurde zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung und der Bürgermeister wurde beauftragt, mit dem Bezirk Unterfranken ein finanzielles Konzept zu erarbeiten.