Mit ihrem Stilmix aus bayrischer Blasmusik und südamerikanischen Rhythmen begeisterte die Gruppe "Die CubaBoarischen" im Bad Kissinger Regentenbau nur um die 300 Gäste - doch die zeigten sich von ihrer aktiven Seite und bedankten sich mit "Dancing Ovations" für einen Abend, der die Grenzen zwischen zwei Musikrichtungen aufhob.

Lederhosen und Panamahut, Tuba und Congas, "Griaseichgood miteinand" und "Bien venidos" - Auf der Bühne des Max-Littmann-Saales ergabendie Kombination so unterschiedlicher Lebensstile dennoch eine Mischung, die jedes Festzelt in Partystimmung versetzen würde. Die "CubaBoarischen" sind sieben gestandene Musiker aus dem bayrischen Mangfalltal, dies seit dem Jahr 2000 mit ihren bayrisch-cubanischen Arrangements durch die Hallen der Bundesrepublik touren und sich einmal im Jahr auf Kuba ausgiebig inspirieren lassen. Diese Inspiration leben sie in ihrem Programm "Servus Cuba" mit sichtlichem Vergnügen, melodischer Spielfreude und mit musikalischer Qualität aus - unterstützt von stimmungsvollen Bildern auf der Medienleinwand im Hintergrund.

Die rhythmischen Interpretationen beider Stile spiegeln sich nicht nur in den melodischen Ideen wider, sondern auch in der Vielfalt der eingesetzten Instrumente. Das fordert den Musikern einiges an Können ab, weil sie problemlos zwischen Klarinette, spanischer Gitarre, der Steirischen (Akkordeon), Bongos, Alphorn und weiteren 10 Instrumenten zu wechseln haben. In ihren Texten vermischen sie das Bairische mit dem Spanischen und manchmal merkt man in den Liedern nicht einmal den Übergang. Eindrucksvoll sind dabei die prägnanten Stimmen von Vater Hubert und Sohn Leonhard Meixner sowie die informativen Moderationen durch Andreas Meixner.

In ihren Musikstücken spannen sie einen weiten Bogen, der vom bayrischen Couplet "Die Brautschau" bis hin zur "Palomita blanca", der weißen Taube im sinnlichen Bachada-Rhythmus, reicht. Schunkelfolgen werden durch Salsa-Bewegungen abgelöst, und Oldies vom gefühlvollen "Guantanamera" bis hin zum deftigen "Heut gibt´s Rehragout" auf die Bühne gezaubert. Daneben gab es "Oye como va" von Tito Puente und ein romantisches Liebeslied auf Spanisch, unterlegt mit einer flotten Polka sowie eine Rap-Einlage im Stück "El loco". Alles wird verbunden mit dem typischen Festival-Appell: "Wo sind eure Hände?" Nicht nur dieser Aufforderung folgten die begeisterten Gäste, sondern auch dem Salsa-Rhythmus von "Esa nina que cintura", der die Seitengänge mit tanzfreudigem Publikum füllte. Der Ankündigung des letzten Stücks "Pala Costa" folgte ein bedauerndes "Oh", was in Verbindung mit Zugabe-Rufe zu zwei weiteren Stücken und einem stürmischen Schlussapplaus führte.