Bei einem in der Columbiastraße angesiedelten Analyselabor, das sich auf die Untersuchung von Lebensmitteln spezialisiert hat, war in einem Laborraum der Schrankboden eines Chemikalienschrankes durchgebrochen und verschiedene Behältnisse mit Säuren und Laugen herausgefallen.

Wie Stadt- und Kreisbrandinspektor Harald Albert erläuterte, ging dabei eine Flasche mit Salpetersäure zu Bruch. Unmittelbar darauf wurde das Gebäude evakuiert und Polizei und Rettungsdienste verständigt. "Nachdem wir von der schlimmsten Gefahr ausgehen mussten, sind wir zusammen mit einem leitenden Mitarbeiter unter Vollschutzanzügen wieder rein und haben mit Säurebindemitteln die ausgelaufenen Flüssigkeiten aufgenommen und in Spezialbehälter verfrachtet. Die Firma wird sich um die Entsorgung kümmern", sagt Albert.

Da anfangs nicht bekannt war, wie groß der Schaden ist, wurden seitens der Feuerwehr neben Bad Kissingen, die mit etwa 25 Mann vor Ort war, zur Unterstützung auch die Wehr aus Reiterswiesen alarmiert. Ferner die Freiwillige Feuerwehr Lauter, die über einen Pulverlöschanhänger verfügt und die Maßbacher Wehr mit ihrem Dekontaminationsfahrzeug. Sie bauten vor dem Gebäude eine mobile Dusche auf und reinigten mit Wasser und Bürste die Feuerwehrkräfte, die im Labor eingesetzt waren.

Nachdem Gasprüfröhrchen keine Gefahr mehr anzeigten, konnte ein Teil der eingesetzten Kräfte bald wieder abrücken. Vor Ort war auch Kreisbrandrat Benno Metz, das Technische Hilfswerk, sowie die beiden Umweltsachbeauftragten des Landratsamtes Martin Hammer und Helmut Wischang und natürlich das Rote Kreuz mit mehreren Notärzten, Rettungssanitätern und zahlreichen Fahrzeugen.

Während der Kissinger Rot-Kreuz-Betreuungszug das gute Dutzend Beschäftigte im Gründerzentrum versorgte und einen Mitarbeiter in eine Klinik brachte, rückte aus Haßfurt auch eine speziell geschulte Fachgruppe des Roten Kreuzes an, die ebenso wie die Feuerwehren mit Vollschutzanzügen ausgestattet und ausgebildet sind. Sie kamen jedoch nicht mehr zum Einsatz, da alle Beschäftigten das Gebäude frühzeitig verlassen hatten und es keine weiteren Verletzten gab. Für rund zwei Stunden war die Durchfahrt der Columbiastraße total gesperrt.