In den letzten Tagen haben sich die Musiker der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen in ihrem Stammquartier in der Gesamtschule Bremen-Ost - die ist im Stadtteil Tenever - auf ihre vier Konzerte beim Kissinger Sommer vorbereitet. Nach der 3. Sinfonie von Johannes Brahms trafen wir Paavo Järvi, seit 14 Jahren Chefdirigent der Bremer, zu einem Gespräch.

Können Sie mir erklären, warum die Kammerphilharmonie und Sie im letzten Jahr zu den absoluten Lieblingen der Kissinger geworden sind?
Paavo Järvi: Nun, ich weiß nicht wirklich, warum das so war, aber ich hoffe, es war wegen der Musik, wegen der Aufführungen. Wir genießen es jedenfalls sehr, in Bad Kissingen zu sein. Es ist eine sehr natürliche und sehr angenehme Umgebung für das Orchester, um Musik zu machen, und die ganze Atmosphäre ist sehr entspannt und freundlich.

Zuerst ein paar Fragen zu Ihrer Biographie. Sie kennen sie, ich kenne sie. Trotzdem: Sie sind Chefdirigent hier in Bremen und in Tokio; sie werden es in der Tonhalle in Zürich sein, Sie sind Gastdirigent, Ehrendirigent und geben Konzerte in der ganzen Welt. Wo und wann leben Sie eigentlich?
Wo ich lebe? Ach. Das ist eine gute Frage. Da ich praktisch überhaupt keine Freizeit habe, bin in der Tat ständig auf Reisen. Heute Abend nach der Aufführung fahre ich schon wieder nach Dresden. Aber der offizielle Wohnsitz ist in London.