Es gibt viel zu sanieren und auszubauen an den Straßen im Landkreis Bad Kissingen. Daran ändert auch die Corona-Pandemie nichts. Fast 20 Bauprojekte planen das Staatliche Bauamt und der Landkreis auf den Bundes-, Staats- und Kreisstraßen in diesem Jahr. Beziehungsweise: Es wird an den Projekten bereits gearbeitet, sie wollen abgeschlossen werden. Die Redaktion stellt die Wichtigsten vor.

Wer schon einmal die Staatsstraße 2302 im Gemeindegebiet Wartmannsroth gefahren ist, weiß: Die Fahrbahnen dort sind stellenweise eine Katastrophe. Umso schöner die Nachricht aus dem Staatlichen Bauamt, dass zwei besonders holprige Abschnitte dort angegangen werden sollen.

Erleichterung beim Landrat

So zum Beispiel die Verbindung von Waizenbach hinüber nach Gräfendorf (Main-Spessart). Ein 860 000 Euro teures Projekt, das Landrat Thomas Bold (CSU) besonders freut. "Durch die Maßnahme wird die Verkehrssicherheit dort spürbar erhöht. Gleichzeitig ist die Erneuerung der Straßen ein wesentlicher Beitrag für die Steigerung der Attraktivität im ländlichen Raum." In diesem Jahr würden Staatliches Bauamt und Landkreis "einige wichtige Straßenbau-Projekte anpacken".

Damit meint Bold sicher auch die Erneuerung der maroden Ortsdurchfahrt Wartmannsroth auf einem Kilometer, ebenfalls an der St 2302. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Kostenpunkt: 1,3 Millionen Euro.

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt erfolgt in vier Abschnitten unter Voll- und Teilsperrung, beginnend am Ortseingang aus Richtung Waizenbach; dann arbeiten sich die Bauleute nach Osten in Richtung Schwärzelbach vor. Laut Görke sollen meist innerörtliche Umleitungen zur Verfügung stehen; Schwerlastverkehr wird weit um den Ort herumgeführt.

Teuerste Projekte im nördlichen Teil

Diese Straßenbauprojekte mögen wichtig sein; die teuersten sind es nicht. Die plant der Landkreis im Nordwesten und Nordosten seines Zuständigkeitsgebietes. Ab dem Sommer soll die Kreisstraße 30 von Zeitlofs nach Roßbach ausgebaut werden. Drei Millionen Euro kostet das.

Ebenfalls mit drei Millionen Euro würde die Erneuerung der Kreisstraße 1 zwischen Münnerstadt und Reichenbach inklusive straßenbegleitenden Radwegs zu Buche schlagen. Dafür sollen bald die Ausschreibungen erfolgen. Allerdings startet der Bau dort erst, wenn der 1,5 Millionen Euro teure Ausbau der KG 21 in der Ortsdurchfahrt Reichenbach abgeschlossen ist. Der dauert nach Angaben des Landratsamtes voraussichtlich bis September.

Einige Baustellen werden die Autofahrer besonders empfindlich merken - wegen Sperrungen und Umleitungen. So die an der Einmündung der Staatsstraße 2290 in die B287 am Kreisel bei Euerdorf. Das Bauprojekt umfasst die Erneuerung der Asphaltdeck- und -binderschicht im Kreisverkehr sowie den "Ästen" der Bundes- und der Staatsstraße. Außerdem wird die Fahrbahn in Richtung Bad Kissingen aufgeweitet und die Zufahrt aus Euerdorf in den Kreisel erleichtert. Das alles soll zwischen 31 Mai und 2. Juli geschehen und 320 000 Euro kosten.

Als Baustelle schon bekannt ist die B27 zwischen der Landkreisgrenze nach Main-Spessart und Obereschenbach. Dort startet das Staatliche Bauamt vom 25. Mai bis 18. Juni auf 2,5 Kilometer Länge in die nächste Bauphase, um die schon gefährliche Stelle zu entschärfen.

B286 besonders betroffen

Besonders dick mit Baustellen wird es im Raum Bad Brückenau und auf der B286 (früher teils B27). So wird diese Bundesstraße voraussichtlich den gesamten Juli über auf 2,7 Kilometern zwischen der Kurstadt und der Anschlussstelle Volkers der A7 saniert.

Im weiteren Verlauf der B286, östlich von Römershag, setzt das Staatliche Bauamt wahrscheinlich in der zweiten Jahreshälfte auf 1,3 Kilometern die Straße instand (wir berichteten).

Eine weitere Baustelle auf der B286 in Richtung Bad Kissingen entsteht ab 25. Mai in Geroda. Dort wird die Asphaltdecke der Ortsdurchfahrt erneuert. Bauende soll am 8. Juni sein.

Wer alle diese Nadelöhre überwunden hat, trifft ein paar Kilometer weiter auf die nächsten. Zwischen Waldfenster und dem vom Staatlichen Bauamt so bezeichneten Gordischen Knoten (Kreuzung der B286 und der St 2291 nordwestlich von Bad Kissingen, Abzweig nach Bad Brückenau) wird auch die Fahrbahn erneuert - wenn auch nur abschnittsweise auf insgesamt 5,5 Kilometern. Das soll im August beginnen und Anfang November abgeschlossen sein.

Steinach wohl zwei Wochen dicht

Auch der Schindberg bei Münnerstadt wird wieder zur Baustelle. Dort soll schon ab 10. Mai bis voraussichtlich 4. Juni die Asphaltdecke der B 287 auf 1,2 Kilometer Länge saniert werden. Der Verkehr wird halbseitig per Ampel an der Baustelle vorbeigeleitet. Im Gesamtpaket enthalten ist auch die Sanierung der Einmündung der KG 20 inklusive Einfahrt und Parkplatz an der Mischanlage der Firma AMS. Kostenpunkt: 260 000 Euro.

Eher klein nimmt sich die Sanierung der Ortsdurchfahrt Steinach an der St 2292 aus. Ab Anfang November wird innerhalb von zwei Wochen auf 300 Metern die schadhafte, mit vielen Schlaglöchern versehene Deckschicht voraussichtlich unter Vollsperrung erneuert.

Abschluss in Schönderling in Sicht

Endlich abgeschlossen wird die Erneuerung der Ortsdurchfahrt Schönderling (KG 33), die seit langem Baustelle ist. Man sei "in der Endphase der Bauausführung", heißt es vom Landratsamt. Die Baumaßnahme des Landkreises wird Ende Mai fertig sein. Danach baut der Markt Schondra in Schönderling noch einzelne Ortsstraßen aus.

Der Vollständigkeit halber seien die restlichen Straßenbauprojekte genannt: Deckensanierung auf der Brückeder KG 14 von Münnerstadt nach Strahlungen für 200 000 Euro. Die Verkehrsführung erfolgt halbseitig mit Ampelanlage. Rückbau der Busbucht in Kleinbrach an der St 2292 und barrierefreier Neubau frühestens im Juli für 44 000 Euro. Dazu kommen die Leitungsverlegungen an der Garitzer Kreuzung der B286. Nächstes Jahr soll der Kreisverkehr erstellt werden. Die Erneuerung der Asphaltdecke der B287 östlich von Nüdlingen bis zur Schneequelle für 160 000 Euro steht ab Mitte August an.