Annemarie Arnold ist stolz darauf, dass sie ihren Haushalt noch möglichst ohne Hilfe und selbstständig erledigen kann. Ein Auto hat sie nicht. Deshalb erledigt die 92-Jährige ihre Einkäufe zu Fuß mit dem Rollator. Viel von dem, was sie für den alltäglichen Bedarf benötigt, besorgt sie sich bei Kupsch Hartmann. Der kleine Supermarkt in der Von-Hessing-Straße ist nahezu der einzige, der direkt in der Fußgängerzone und nicht in einem Gewerbegebiet weiter außerhalb liegt. "Ich wollte am Mittwochabend einkaufen gehen und kam nicht durch", erzählt sie.

Der Laden ist eigentlich barrierefrei und bequem über eine Rampe zu erreichen. Die wurde allerdings für knapp eine Woche von einem Baugerüst blockiert. Die Seniorin ärgert sich: Weil nirgendwo angekündigt war, dass eines aufgestellt wird und weil ihr niemand Auskunft geben konnte, wie lange es stehen bleibt. "Ich bin ja nicht die einzige Gehbehinderte. Und in Bad Kissingen gibt es viele alte Menschen. Man kann doch nicht einfach alte und behinderte Menschen so vor vollendete Tatsachen stellen", sagt Arnold. Sie sei auf den Markt angewiesen. Zwar könne sie noch zu einem Discounter am Berliner Platz ausweichen, allerdings bekomme sie dort nicht alle Produkte und der Anstieg dorthin, "das ist für mich schon ein ziemlicher Berg."