Das Wetter hat sich in den vergangenen Tagen endlich daran angepasst, dass wir Juni und damit Frühsommer haben. Passend dazu steht die erste Juni-Woche im Zeichen der Öffnungen der beiden Bad Kissinger Schwimmbäder, die letzten Arbeiten zum Saisonauftakt sind erledigt.

Im Terrassenschwimmbad ist es am Freitag, 4. Juni, so weit. Bis dahin sei es ein planerisch schwieriger Weg gewesen, wie Roland Bühner berichtet. Er ist Betriebsleiter des Schwimmbades: "Wir hatten die Öffnung für den 21. Mai geplant und haben deswegen schon Mitte März angefangen."

Die Zeichen in der Presse deuteten dann aber an, dass es noch einmal einen verschärften Lockdown geben werde, nachdem die Zahlen im März nicht aufhörten, erneut zu steigen. "Also haben wir die Mitarbeiter wieder in Kurzarbeit geschickt und uns darauf eingestellt, dass wir frühestens Mitte Juni wieder öffnen dürfen."

Letzte Arbeiten im Terrrassenbad verrichtet

Dann sei Mitte Mai überraschend der Beschluss aus München gekommen, dass für Freibäder ab dem 21. Mai eine Öffnung möglich sei. "So kurzfristig zu öffnen ist bei der Größe des Bades aber schwierig", sagt Bühner. "Bei den umfangreichen Arbeiten dauert es eine bestimmte Zeit, um das Bad in Betrieb zu nehmen. Es muss ja auch alles passen." Dazu kommt, dass sie eine Frist von 14 Tagen beachten müssten, wenn sie das Personal aus der Kurzarbeit holen.

Die Tage vor der Öffnung verbringen das Personal des Schwimmbads, der Stadt und ein paar externe Firmen wie jedes Jahr mit den letzten Handgriffen. Die Gärtner kümmern sich um Grünarbeiten, andere putzen, wieder andere bauen Mülleimer auf, während weitere Mitarbeiter Sicherheitschecks erledigen oder Rettungsgeräte aufbauen. "Zur gleichen Zeit läuft die Heizung auf Hochtouren, dass das Wasser am 4. Juni warm ist."

Einen Haken gibt es aber noch: "Es ist eine große Herausforderung für uns, Personal zu bekommen. Deswegen suchen wir auch noch Rettungsschwimmer für die Saison", sagt Bühner. Eine große Herausforderung sei es auch gewesen, Firmen für den Kundendienst zu bekommen, die beispielsweise die Wasseraufbereitung prüfen. Nicht nur, weil derzeit alle Bäder gleichzeitig öffnen, sondern auch, weil Fachkräftemangel hier wirklich ein Problem ist - und das schon seit Jahren. So sei es nicht verwunderlich, wenn eine Firma die Reparatur einer wichtigen Pumpe einen Tag vorher absagen muss.

Kisssalis öffnet Außenbereich

Das Kisssalis hatte bereits am Dienstag das "Anbaden" mit dem Personal, bei dem es die Abläufe im wiederaufgenommenen Betrieb gleich üben konnte. Dazu zählt auch das Schnelltestangebot der DLRG am Parkplatz des Schwimmbades. "Es passt alles, wir haben uns durch den Vorlauf auch sehr gut vorbereiten können", sagt Richard Pucher, Betriebsleiter der Kisssalis-Therme.

Obwohl eine Öffnung schon ab 21. Mai erlaubt war, sei das nicht so einfach möglich gewesen: "Die Ankündigung von Markus Söder war etwas kurzfristig." Am 18. Mai hatte das Kabinett beschlossen, dass am 21. Mai die Öffnung möglich ist. "Es braucht aber Zeit, um ein Schwimmbad hochzufahren." Beispielsweise dürfe das Wasser nicht zu schnell erwärmt werden, weil sonst die Fliesen Risse bekommen. Bislang darf das Bad nur den Außenbereich öffnen - also die beiden Außenbecken und das Becken im Saunagarten. Die Saunen müssten aber noch geschlossen sein. Ebenso ist das Restaurant zu, ein paar Snacks bietet die Therme dennoch an.

"Wir freuen uns, dass wir nach sieben Monaten wieder Badegäste sehen. Jetzt hoffen wir, dass wir die Innenbereiche auch noch öffnen können", sagt Pucher. Er zweifelt nicht daran, dass die Gäste kommen. Als Erleichterung sieht er den derzeitigen Wegfall der Testpflicht.

Noch viele Mitarbeiter in Kurzarbeit

In der Zeit des Lockdowns hat ein Teil des Personals die Anlage am Laufen gehalten: "Es ist bei einem Schwimmbad nicht so, dass man einfach den Stecker zieht und geht", sagt Betriebsleiter Pucher. Die Becken seien über die Zeit voll gewesen, da sei technisch viel zu tun. Daher sei ein Teil der Techniker anwesend gewesen sowie einige Mitarbeiter im Bereich der Verwaltung.

Geöffnet hatten während des Lockdowns die Physiotherapie und das Rücken-Zentrum. Etwa 95 Prozent des Personals sei dennoch in Kurzarbeit gewesen. "Die meisten unserer Mitarbeiter sind für die Gäste da." Durch die Öffnung seien nun etwa zehn der über hundert Mitarbeiter aus der Kurzarbeit gekommen. Große Umbauten habe es aber nicht mehr gegeben.

Im vergangenen Jahr war das Außenbecken ab 8. Juni geöffnet, ab dem 22. Juni dann das ganze Bad. "Wir hoffen, dass es in diesem Jahr auch in einem ähnlichen Zeitrahmen sein wird", sagt Pucher.

Die Gäste scheinen das Baden zumindest vermisst zu haben: Am Mittwoch, dem ersten Öffnungstag des Bades, war der Zähler sehr schnell auf "0 freie Plätze" gesprungen.

Regeln für den Besuch des Kisssalis und des Terrassenschwimmbads

Maskenpflicht Eine FFP2-Maske gilt es in der Kisssalis-Therme im Innenbereichen zu tragen - außer in der Dusche. Draußen dürfen Badegäste darauf verzichten. Im Freischwimmbad gilt die Maskenpflicht auf allen Verkehrswegen, außer auf dem direkten Weg ins Wasser oder an den Becken.

Testpflicht Erst ab einer Inzidenz von 50 braucht es wieder einen Test vor dem Schwimmen gehen.

Beachten Vor dem Besuch des Kisssalis sollten Besucher die Auslastung unter kisssalis.de/auslastung prüfen. Im Terrassenschwimmbad müssen die Gäste unter bad-kissingen.baeder-suite.deOnline-Tickets erwerben.