Die Kurstadt an der Saale galt schon im 20. Jahrhundert als Weltstadt. Auch im 21. Jahrhundert bleibt sich Bad Kissingen dem Ruf treu: Derzeit entstehen neue freundschaftliche Banden nach Tschechien. Das Gymnasium in Teplitz-Schönau/Teplice in Nordböhmen sowie das Jack-Steinberger-Gymnasium Bad Kissingen in Unterfranken planen einen Schüleraustausch und Seminare zur politisch-historischen Bildung.

Lehrer aus Teplitz in Bad Kissingen

Der Teplitzer Gymnasiallehrer Martin Rak war bereits im Februar in Bad Kissingen und hatte Kontakt zu den örtlichen Kollegen aufgenommen und gemeinsame Projekte geplant. Wegen der Corona-Pandemie war es jedoch nicht möglich, diese zu verfolgen. Die angestrebte Partnerschaft ist ihm jedoch so wichtig, dass er in seinen Sommerferien erneut einen Abstecher nach Bad Kissingen gemacht hat, um einen guten Start dieser Beziehungen zu ermöglichen.

In Maren Schmitt, Lehrerin am Gymnasium und Präsidentin des Städtepartnerschaftskomitees, fand er eine begeisterte Mitstreiterin. In diese Partnerschaft ist von vornherein die sudetendeutsche Bildungs- und Begegnungsstätte "Der Heiligenhof", deren Kontakte zu Persönlichkeiten und Institutionen im deutsch-tschechischen Dialog geschätzt und angefragt werden, eingebunden. "Wir wollen die Menschen zusammenbringen und Möglichkeiten für Begegnungen schaffen", betont Steffen Hörtler, der Stiftungsdirektor des Heiligenhofs.

Deutschkenntnisse vorhanden

Die tschechischen Schüler, die für diesen Austausch vorgesehen sind, lernen alle die deutsche Sprache und beherrschen sie so gut, dass sie in Eigenarbeit Themen deutsch-tschechischer und europäischer Politik, Zeit- und Beziehungsgeschichte aufgreifen wollen. Vermutlich wird das im laufenden Jahr nur durch Onlinekontakte gehen. Im kommenden Jahr sind - sofern die Situation das zulässt - dann persönliche Begegnungen und Workshops geplant. Außerdem: Die Jugendfußballmannschaft aus Teplitz-Schönau soll 2021 am traditionsreichen Rimini-Cup, der im Kissinger Ortsteil Hausen mit dem Fußballernachwuchs der wichtigsten europäischen Vereinsmannschaften ausgetragen wird, teilnehmen.

Bad Kissingen ist durch die gemeinsame Bewerbung zum UNESCO-Weltkulturerbe mit den drei böhmischen Bädern Karlsbad, Marienbad und Franzensbad nunmehr an einer Kooperation mit einem weiteren Weltbad verbunden. Ebenso wie in den böhmischen Bädern kam der damalige europäische Finanz- und Hochadel bis zum Ersten Weltkrieg in Bad Kissingen zusammen.