Fast hat man das Gefühl, dass für dieses Jahr alles, was abzusagen war, bereits abgesagt worden ist. Stimmt nicht: Auch der verkaufsoffene Sonntag am 2. August wird nun gestrichen. Ein Umstand, der Klaus Bollwein, Geschäftsführer vom Stadtmarketing Pro Bad Kissingen, nicht gerade glücklich macht.

Stadt genehmigte zunächst den Termin

Der Bad Kissinger Stadtrat hatte zunächst in seiner Sitzung vom 24. Juni 2020 den Termin genehmigt und somit, sagt Bollwein in einer Pressemitteilung, die Voraussetzungen für einen verkaufsoffenen Sonntag geschaffen.

Klaus Bollwein: "Die Entscheidung, ob in Corona-Zeiten aufgrund der Infektionsmaßnahmenverordnung ein verkaufsoffener Sonntag stattfinden kann, obliegt allerdings dem Landratsamt Bad Kissingen." Burkhard Lamer, Spercher des Landrats, weist allerdings auf Nachfrage darauf hin, dass das Landratsamt keine Untersagung ausgesprochen hat, "sondern auf Anfrage der Stadt Bad Kissingen dieser gegenüber Auskunft über die aktuell geltende Rechtslage gegeben hat". Und die Rechtslage meint es nicht gut mit verkaufsoffenen Sonntagen in einer Zeit, in der Corona zwar eingedämmt scheint, aber dennoch aktiv ist.

Menschenansammlungen vermeiden

Kleine Märkte sind zulässig, sagt Lamer. Aber: "Für die Abhaltung von verkaufsoffenen Sonntagen sind aber gerade Messen und Märkte wesentliche Merkmale, die überregionale Bedeutung haben und große Besucherströme anziehen. Dies steht erkennbar im Widerspruch zu den aktuellen infektionsschutzrechtlichen Bestrebungen, wonach vor allem große Menschenansammlungen vermieden werden sollen, weshalb die Abhaltung von verkaufsoffenen Sonntagen nach wie vor nicht zulässig ist."