"So geht Dorfgemeinschaft", sagt Wildfleckens Bürgermeister Gerd Kleinhenz, wenn er vom neuen Spielplatz in Oberbach spricht. Mit über 360 ehrenamtlich geleisteten Stunden haben Oberbacher Bürger seit 6. April dieses Jahres an vielen Abenden und Samstagen zum Gelingen des Gemeinschaftsprojektes beigetragen.

Bei den umfangreichen Baumaßnahmen konnten sich besonders Tobias Schuhmann, Michael Schuhmann und Simon Dorn mit ihrem Fachwissen und ihrem handwerklichen Geschick auszeichnen. "Sie haben sich richtig ins Zeug gelegt", ist Kleinhenz voll des Lobes.

Treffen mit Eltern, Kindern und Bürgermeister

Der alte Oberbacher Spielplatz war stark in die Jahre gekommen und längst keine Attraktion mehr für die Kinder. Im Jahr 1996, vor ziemlich genau 25 Jahren, hatte man den alten Spielplatz in Betrieb genommen. "Eine offizielle Einweihung hatte es seinerzeit nicht gegeben", erinnert sich Kleinhenz. Über die Jahre hinweg nagte dann der Zahn der Zeit an den Spielgeräten. Es wurde nicht mehr investiert. Teilweise mussten sogar marode Spielgeräte abgebaut werden, weil diese nicht mehr dem Sicherheitsstandard entsprachen.

Weil die Unzufriedenheit der Kinder wuchs, beraumte Kleinhenz im Oktober 2020 ein Treffen mit Eltern und Kindern direkt auf dem Spielplatz an. Eine Wunschliste der Kinder wurde erstellt. Spontan erklärten sich Eltern und Einheimische dazu bereit, beim Neubau des Spielplatzes anzupacken. "Natürlich konnten nicht alle Wünsche in die Tat umgesetzt werden, aber viele Anregungen wurden berücksichtigt."

Vereine und Betriebe steuerten bei

Der Wildfleckener Gemeinderat bewilligte schließlich die Beschaffung neuer Spielgeräte für rund 21 000 Euro. "Dank weiterer großzügiger Geldspenden konnte das vom Gemeinderat genehmigte Spektrum um eine neue Seilbahn erweitert werden, die schon jetzt das Highlight auf dem neuen Spielplatz ist", sagt der Rathauschef weiter. Der Verein für Gartenbau und Landespflege sowie das Steuerbüro Breitenbach sorgten für die finanziellen Mittel, um die Seilbahn zu beschaffen.

Dass der Neubau des Spielplatzes in eine Schlechtwetterphase fiel, konnte das Projekt selbst allenfalls verzögern, nicht aber aufhalten. Durch die freiwilligen und ehrenamtlichen Helferstunden konnten nach Schätzung des Bürgermeisters rund 18 000 Euro eingespart werden.

Außerdem stellte das Oberbacher Bau-Unternehmen Väth kostenlos Fahrzeuge, Maschinen, Geräte und Baustoffe. Auf diese Weise sparte die Gemeinde noch einmal rund 2000 Euro ein. Der Rhönklub Zweigverein spendete eine neue Bank unter der Linde. Vom Bau-Unternehmen Schrenk wurden Schalmaterial und Baustoffe beigesteuert. Und die Schreinerei Müller baute eine große Landschaftsliege, die zum Verweilen einladen soll.

"Bereits während der Bauphase entwickelte sich nach und nach ein reges Treiben von unzähligen Kindern", blickt Kleinhenz zurück. Zu den neuen Attraktionen des Spielplatzes zählen jetzt, neben der Seilbahn, ein Bodentrampolin, ein großzügiger Wasserspielbereich, eine Sitzecke sowie eine Kletterrampe. Zum Teil konnten Spielgeräte vom alten Spielplatz übernommen und hergerichtet werden.

Kunstwerk aus Stein

Ebenfalls sofort für Gesprächsstoff hat das neue Kunstwerk des Bildhauers Gerwin Kellermann gesorgt, der einen filigranen Pferdekopf aus einem großen Findling geschaffen hat. Die Kinder nutzen das steinerne Kunstwerk schon längst eifrig zum Spielen. "So soll es auch sein", freut sich Kellermann darüber, dass sein Werk sich nahtlos in den Spielplatz einfügt.

"Die Lage direkt am Rhönexpress Bahn-Radweg wird dafür sorgen, dass der Spielplatz auch von Gästen gut angenommen wird", ist Bürgermeister Kleinhenz überzeugt. Im Sommer soll es zur Einweihung des rund 3000 Quadratmeter großen Spielplatzes ein großes Spielplatzfest geben, sofern dies die Corona-Pandemie zulässt.

"Ohne den Einsatz so vieler Bürger hätte sich das Projekt nicht realisieren lassen", sagt Kleinhenz. "Das ist gelebte Gemeinschaft. So etwas gibt es vermutlich nur noch in einem Dorf."