Rund 500 Menschen haben am vergangenen Sonntag den Festplatz in Altengronau gerockt. Beim Benefizkonzert für Kinder in Not schwang jedoch auch ein bitterer Beigeschmack mit.

Timmy Rough, Sänger und Gitarrist der Rockband "The New Roses" spielte den Auftakt des Programms mit einem Akustik-Set bekannter Hits seiner Musikgruppe. Es folgte ein Auftritt von "The Vagrants" um die beiden Organisatoren des Sinner-Rock-Festivals, Renate und Steve Iorio, die das Benefizkonzert auch organisiert hatten.

Sofort Ja gesagt

Die Idee für die Veranstaltung hatte Thomas Henfling, der als parteiloser Kandidat bei der bevorstehenden Sinntaler Bürgermeisterwahl antritt. "Er kam mit der Idee zu uns, und wir haben sofort ‚Ja‘ gesagt", erinnert sich Steve Iorio, der hierfür zusammen mit seiner Frau die Kontakte zu Bands hatte nutzen können. Weitere musikalische Beiträge leisteten "The Rawks", "Hazle the Nut", Mike Gerhold und "Darcy's Fault". Alle Bands traten kostenlos auf. "Sie müssen bezahlen, um hierher zu kommen, nehmen sich Zeit, um Arbeit zu finden, und versuchen zu tun, was sie können in einer Zeit, in der die Unterhaltungsindustrie sehr hart getroffen wurde", lobt Iorio das Engagement seiner Musikerkollegen.

Bühne und Personal kostenlos

Eine Fuldaer Event-Firma stellte kostenlos die Bühne zur Verfügung - ein Aufwand im Wert von rund 8000 Euro. Auch Barpersonal und Techniker arbeiteten rund zehn Stunden unentgeltlich. Neben Speisen und Getränken verkaufte das Ehepaar Iorio auch 100 T-Shirts, die Renate Iorio eigens für das Konzert bedruckt hatte. Der Erlös soll den Kindern in der Ukraine zugute kommen. Die Spenden werden dem Verein Kunterbuntes Kinderzelt aus Schlüchtern übergeben. "Es ist schrecklich, aber die Kinder sind am unschuldigsten und am meisten gefährdet. Wir mussten den kleinen Leuten helfen, wo wir konnten, denn sie verstehen nicht, warum ihre Häuser zerstört und ihre Eltern, Großeltern, Freunde und Verwandten getötet wurden. Ich persönlich kann es auch nicht verstehen", stellt Steve Iorio bestürzt fest. Mara Naumann/Brigitte Betz