Allerdings: "Wir hatten keinen Shutdown. Wir hatten durchgängig Schieß- und Übungsbetrieb", schildert Oberstleutnant Kai Schulze, Kommandant des Truppenübungsplatzes Wildflecken.

Für Aufsehen hatte gesorgt, dass die Bundeswehr im März eine Großübung in Wildflecken und Hammelburg abgesagt hatte. Wie Schulze erklärt, konzentriere sich das Geschehen nun auf einsatzrelevante Übungen. "Im globalen Bereich dreht sich das Geschehen weiter", sagt er. "Und dafür müssen die Soldaten befähigt werden."

Soldaten helfen bei Corona-Tests

Schulze schätzt, dass der Truppenübungsplatz aktuell nur noch zwischen einem Drittel und der Hälfte ausgelastet sei. "Es herrscht kein Normalbetrieb", sagt er. Wie überall in Deutschland gelten auch bei der Bundeswehr verstärkte Hygiene-Maßnahmen. Besonders gefährdete Mitarbeiter arbeiteten von zuhause aus. Mund- und Nasenschutz werde getragen und in Fahrzeugen dürften nicht mehr so viele Soldaten mitfahren wie zuvor.

Auch im Gefechtssimulationszentrum Heer (GefSimZH) werden die Auswirkungen von Corona spürbar. "Die Übungsvorhaben für die Truppe, soweit sie nicht einsatzrelevant waren, wurden ausgesetzt", informiert Oberst Jürgen Steinberger, Leiter des GefSimZH. Die Soldaten unterstützten das Corona-Testzentrum Heustreu im Landkreis Rhön-Grabfeld. Im Juli solle der Übungsbetrieb wieder anlaufen. Die nächste Übung auf Brigadeebene sei im Oktober geplant.