Die Freude über den Triumph ist bei den Gegnern des Solarparks groß. "Es war sehr eindeutig, damit hatte ich persönlich nicht gerechnet", sagt Werner Milotta. Die Hauptsache sei, man habe gewonnen. "Wir haben unsere Argumente rüberbringen können. Die Stimmung ist gut." Die große Ablehnung des Projekts allein im Ortsteil Unterleichtersbach spreche für sich.

Deutlich verhaltener klingt es auf der anderen Seite. "Klar, wir sind enttäuscht", sagt Silvia Kleinhenz. Es sei eine demokratische Abstimmung gewesen. "Die Entscheidung ist gefallen und die akzeptieren wir auch", fügt sie an. Zeitweise war es in sozialen Medien recht heftig zugegangen. Zuletzt hatte die Debatte über das "Solarei" - eine Fläche von wohl 78 Hektar, die auf dem Abstimmungszettel aufgedruckt worden war und eigentlich nur die ungefähre Lage des 7,2 Hektar großen Solarparks markieren sollte - für Wirbel gesorgt.


Funktionierende Dorfgemeinschaft als großes Plus

"Wir haben niemanden in irgendeiner Weise privat oder öffentlich angegriffen. Es ist ein Hass inzwischen entstanden, das ist für mich unerträglich", sagte Solarparkbefürworterin Heidi Plobner noch vor der Abstimmung in der vergangenen Woche. "Den Eindruck, dass das Dorf gespalten wäre, so extrem empfinde ich das nicht", sagt dagegen Milotta. "Wir haben immer versucht, alles sachlich anzubringen und die Emotionen herauszulassen."

Die Erleichterung darüber, dass die strittige Frage derart eindeutig entschieden wurde, ist Bürgermeister Dieter Muth (Freie Bürger) anzumerken. "Ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt", sagt er am Montagmorgen. Es wäre schade gewesen, wenn die gute Gemeinschaft in Unterleichtersbach wegen dieser Angelegenheit kaputt gehen würde. Eine funktionierende Dorfgemeinschaft sei schließlich das große Plus der Gemeinde.


Investor zeigt sich enttäuscht

Martin Bichler, Geschäftsführer der Energiebauern GmbH, reagiert enttäuscht. "Wir hätten uns gefreut, die Ängste, die im Vorfeld gestreut worden sind, in der Umsetzung zu widerlegen." In Bezug auf das "Solarei" sagt er: "Das war sehr unglücklich, weil keine Argumente mehr zum Tragen gekommen sind. Das war schlicht falsch." Das Unternehmen hatte für Planung, Werbung und die Beauftragung eines Rechtsanwalts bereits im Vorfeld Kosten zu verzeichnen - allerdings in einem Umfang, der verträglich sei, sagt Bichler.

Das Ergebnis des Bürgerentscheids ist zunächst vorläufig. Am Mittwoch wird der Abstimmungsausschuss das Endergebnis öffentlich machen.


So stimmten die Bürger im Detail ab:

Breitenbach 111 Bürger (46,84 Prozent) beteiligten sich am Bürgerentscheid. Davon stimmten 41 mit Ja und 70 mit Nein.

Mitgenfeld 105 Bürger (51,22 Prozent) gaben ihre Stimme ab. 42 waren für einen Solarpark, 62 dagegen.

Modlos 158 Bürger (46,33 Prozent) nahmen am Entscheid teil. 65 stimmten mit Ja, 93 mit Nein.

Oberleichtersbach Im Kernort fiel die Wahlbeteiligung mit 39,44 Prozent am geringsten aus. 241 Menschen gaben ihre Stimme ab. Davon waren 108 für den Solarpark, 133 stimmten dagegen.

Unterleichtersbach Mit 61,22 Prozent fiel die Beteiligung am stärksten aus. Von 180 Bürgern, die zur Urne gegangen waren, stimmten nur 40 mit Ja und 137 mit Nein.

Briefwahl Insgesamt 230 Bürger stimmten per Briefwahl ab. Davon waren 98 für den Solarpark und 132 dagegen.