An der Bad Brückenauer Franz-von-Prümmer-Klinik tut sich etwas. Nach außen am deutlichsten sichtbar: Das "Capio" ist aus dem Namen verschwunden. Die Prümmer-Klinik gehört inzwischen zur Deutschen Regional Klinik GmbH und firmiert wieder ausschließlich unter ihrem Eigennamen, wie Krankenhausdirektor Ralph Pleier berichtet.

Aber auch im Haus gibt es Veränderungen. Dr. Hans-Joachim Müller, der seit Oktober 2018 Ärztlicher Direktor und Chefarzt für Innere Medizin war, hat die Prümmer-Klinik verlassen. Sein Nachfolger als Ärztlicher Direktor ist Dr. Wes Nakchbandi. Er ist zugleich auch langjähriger Chefarzt der Chirurgie.

Weitere Ärzte kommen im Mai und Juli

Ab Mai wird für die Bereiche Orthopädie und Unfallchirurgie Joachim Rupp zum Klinikpersonal stoßen. Rupp stand bislang in Diensten der Helios OrthoClinic Hammelburg. Im Juli kehren dann gewissermaßen zwei alte Bekannte - ebenfalls aus Hammelburg - zurück nach Bad Brückenau: Tobias Goebel und Ralf Meinck für die Innere Medizin und die Geriatrie (Altersmedizin).

"Wir streben zudem eine Kooperation in den Bereichen Unfallchirurgie und Orthopädie an. Der Abschluss ist für das zweite Quartal geplant", sagt Pleier. Weiterhin sucht die Klinik Internisten und Gastroenterologen. Bei der Gastroenterologie handelt es sich um ein Teilgebiet der Inneren Medizin.

Grundversorgung im Blick

Was bedeuten die Veränderungen an der Prümmer-Klinik für die Bad Brückenauer? "Wir wollen eine verantwortungsvolle Medizin für die Leute vor Ort bieten", sagt Pleier. Man konzentriere sich deswegen auf das Kerngeschäft in den genannten medizinischen Bereichen. "Die Brot- und Butter-Medizin", wie Pleier sagt. Man wolle die Klinik vernünftig und bodenständig aufbauen. Der Fokus liege auf der Grundversorgung des direkten Umfelds.

Eine Spezialisierung habe man im Bereich der Geriatrie, einmal in der Akutgeriatrie und dann in der Reha. "Das wird gut genutzt", sagt Pleier. "Hier versorgen wir überregional und Patienten kommen zum Beispiel auch aus Fulda oder Bad Neustadt zu uns."

Auslastung im grünen Bereich

Die Prümmer-Klinik habe sich in den ersten vier Monaten des Jahres "recht gut entwickelt", berichtet Pleier, der selbst seit Anfang Januar als Krankenhausdirektor im Amt ist. Zu Jahresbeginn seien sehr wenige Patienten im Haus gewesen. "Die aktuelle Auslastung ist völlig in Ordnung, vor allem mit Blick auf die Zeit, in der wir uns gerade befinden."

Die Finanzlage sei stabil. Auch wenn es pandemiebedingt kein Jahr sei, in dem Krankenhäuser wesentliche Gewinne erzielen könnten. Aber die Prümmer-Klinik wirtschafte solide und sei investitionsfähig. Viel fließe dabei aktuell in die IT-Sicherheit und die Digitalisierung, welche vom Gesetzgeber gefordert sei.

Azubis und Fachkräfte gesucht

Die Ausbildung im Haus solle ebenfalls im Fokus stehen. Auch das Personal insgesamt wolle man aufstocken, berichtet Pleier. Das Anwerben von Fachkräften sei "markttypisch schwierig, aber es geht". Die Vorteile der Prümmer-Klinik seien das Miteinander und die Überschaubarkeit des Standorts. Nachteil sei, dass man sich im Haus nur bedingt spezialisieren könne.

Pleier erzählt, dass er zu Beginn selbst als Krankenpfleger gearbeitet hat. "Das ist ein sehr schöner Beruf, und auch das Krankenhaus ist als Arbeitgeber attraktiv", sagt er. In der Medizinbranche würde es zudem wesentlich mehr Frauen in Führungspositionen geben als andernorts.

Durch Dokumentationen geht Arbeitszeit verloren

Pleier sieht weniger das Einkommen in der Pflege, das in der öffentlichen Diskussion oft angeführt wird, als Problem. Eine große Herausforderung sei es die Meldeverfahren und die geforderten Dokumentationen zu bewältigen. "Hier geht Arbeitszeit verloren, die man eigentlich den Patienten widmen könnte."

Auch die von der Bundesregierung eingeführte Personaluntergrenze im Pflegebereich ließe sich nicht ohne Weiteres umsetzen. "Personal kann man sich nicht backen. Die Ausbildung dauert drei Jahre, und es kommen auch nicht 100 Prozent durch die Ausbildung", erklärt Pleier. "Es dauert also, bis wir den Personalbedarf im Gesundheitssystem erfüllen können."

Kritik an der Corona-Politik

Durch die Corona-Pandemie sei aktuell vieles unklar. "Wir können nicht einschätzen, wie es weitergeht. Das Kernproblem ist meiner Meinung nach, dass ein eigentlich medizinisches Thema zu einem politischen gemacht wird. Man sollte mehr auf die Fachleute hören und das Thema Corona nicht für den Wahlkampf verwenden."

Trotz der ungewissen Zeit habe man in der Prümmer-Klinik in einem Vierteljahr einiges auf die Beine gestellt und auf den Weg gebracht, sagt Pleier. Man wolle eine klare und langfristige Perspektive für das Haus schaffen. Die Stimmung intern habe sich aufgehellt und sei gut, sagt der Krankenhausdirektor. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt."