Es war eine allgemeine Verkehrskontrolle der Polizei. Doch als die Beamten einen 21-jährigen Autofahrer genauer unter die Lupe nahmen, gab es ein erschreckendes Ergebnis. Der Bad Brückenauer hatte einen ordentlichen Drogen-Cocktail intus. Deswegen landete er jetzt vor Jugendrichterin Petra Ockert in Gelnhausen, die ihn wegen der fahrlässigen Rauschfahrt verwarnte. Er muss 500 Euro an das Diakonische Werk zahlen, sechs Gespräche bei der Drogenberatung wahrnehmen und zwei Drogentests in zeitlichem Abstand machen.

Drogen-Cocktail im Blut

Eine Sperre bei der Fahrerlaubnis verhängte das Gericht nicht. Nach Ansicht der Vorsitzenden hätte eigentlich direkt nach der Tat der Führerschein eingezogen gehört. Dies erfolgte nicht.

Nun, ein dreiviertel Jahr später ohne weitere Beanstandungen sei es unangemessen, hier noch eine Sanktion zu verhängen. Da habe der Angeklagte einfach "Glück gehabt".

Der Mann aus Bad Brückenau war in den Abendstunden des 28. Juli vergangenen Jahres in Höhe des Sterbfritzer Bahnhofes von der Polizei angehalten worden. Sehr schnell stellten die Beamten Auffälligkeiten fest, die auf Drogenkonsum hindeuteten. Eine Blutuntersuchung brachte Gewissheit: Dort fanden sich Rückstände von Cannabis, Amphetaminen und Ecstasy. Aus fachlicher Sicht war er damit fahruntüchtig.

Persönlich schwierige Zeit

Der 21-Jährige räumte den Vorwurf ein und sprach von einer "schwierigen Zeit" damals. Probleme in der Familie und am Arbeitsplatz hätten ihm sehr zugesetzt. Wegen der damit einhergehenden psychischen Probleme habe er Drogen "zum Herunterfahren" konsumiert. Er sei in die Kifferszene abgerutscht.

Doch einen guten Monat nach der Polizeikontrolle habe es bei ihm "Klick" gemacht. Er habe einen radikalen Schwenk in seinem Leben vollzogen. Seitdem entsage er den Drogen, habe sich von seinem alten Freundeskreis gelöst und im Handy alle diesbezüglichen Kontakte gelöscht.

Vor Gericht präsentierte er eine Bescheinigung über einen aktuellen Test: Keine Drogen bei ihm nachweisbar.

Von sich aus habe er auch bei einer Beratungsstelle in Bad Kissingen Hilfe gesucht. Ein Mitarbeiter dieser Einrichtung war mit zur Verhandlung angereist und lobte: Der 21-Jährige habe ausreichend Strategien für ein drogenfreies Leben entwickelt, bei dem er weiter von ihm begleitet werde.

Das Resümee des Angeklagten: "Ich fasse Drogen nie wieder an." Mit dem Urteil war er sofort einverstanden. Es wurde entsprechend umgehend rechtskräftig, da auch der Vertreter der Staatsanwaltschaft Hanau gleichlautend plädiert hatte.Ullrich Schwind