Ohne Rücksicht auf seine eigene Gesundheit rettete Lukas Stachon (36) aus dem Altlandkreis Bad Brückenau seinem Nachbarn das Leben. Am Samstagnachmittag arbeitete er mit seiner Frau im Garten. Die beiden pflanzten Bäume. Im Nachbargebäude saß ein älterer Mann auf seinem Balkon.

"Wir kennen den alten Herrn", berichtet Stachon, was dann geschah. "Ich habe ihn beobachtet. Auf einmal hat er gesagt, dass er sich umbringen möchte." In dem Moment, als der Nachbar aufsteht und zur Brüstung geht, nimmt Stachon Anlauf und springt über den Gartenzaun. Derweil eilt seine Frau ins Nachbargebäude, um Hilfe zu holen.

Mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus

"Ich habe noch auf den Mann eingeredet", erzählt der Retter. Doch alles Zureden half nichts. "Dann ist er gesprungen." Der Nachbar habe eine dünne Statur. "Ich habe ihn aufgefangen, aber er ist durch meine Hände gerutscht", sagt Stachon. Etwa dreieinhalb Meter sei er vom ersten Stockwerk in die Tiefe gestürzt.

Durch sein beherztes Eingreifen überlebte der Nachbar den Sturz. Er wurde mit einigen Knochenbrüchen in ein Krankenhaus geflogen. Der Retter reagiert bescheiden: "Jeder würde das an meiner Stelle tun", ist er überzeugt. Er selbst klagt nach seinem Einsatz lediglich über Kreuzschmerzen. 

Auch interessant: Eine Studie zeigt, dass suizidgefährdete Menschen ihrem Umfeld oft Hinweise auf einen geplanten Selbstmord geben - Angehörige wissen nur nicht damit umzugehen.

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