Als die Mitarbeiter der Geschäftsstelle des Bayerischen Kammerorchesters (BKO) vorschlugen, in Pandemiezeiten einen eigenen Mund-Nasen-Schutz für die Musiker und Freunde des BKO zu ordern, griff der Vorstand des Freundeskreises für das BKO diese Idee gerne auf, unter der Prämisse, diesen vor Ort anfertigen zu lassen. Gerlinde Ebert, Künstlerin mit Nadel und Faden, war bald gefunden. Sie half spontan auch bei der Stoffauswahl und nähte zunächst 250 Masken mit musikalischem Motiv, die den Besuchern der nun wieder stattfindenden kleinen Konzerte sowie den Musikern selbst zur Verfügung gestellt werden sollten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Teil des Auftrags-Betrags gespendet

Nachdem diese ersten Exemplare im Nu vergriffen waren, wurden schnell weitere nachgeordert. Es sei selbstverständlich für sie, berichtet Gerlinde Ebert, dass sich freischaffende Künstler gegenseitig unterstützen in diesen für sie alle so unsicheren Zeiten. Als Dank für den Auftrag des Freundeskreises hat sie nun einen Teil des Betrages gespendet - und die Vorstandsmitglieder des BKO freuen sich über 500 Euro, die den Musikern des BKO zugutekommen.

Bei der Übergabe erzählte Gerlinde Ebert auch die Hintergründe der Aktion: Auf die Idee, Masken zu fertigen, kam sie auf eine erste Anfrage durch eine Fußpflegerin. "Ich fand es sehr schön, mein Talent für eine gute Sache einsetzen, und mir so auch die eigenen Sorgen von der Seele nähen zu können." Das tat sie mit soviel Schwung und Energie, dass sich bald die Masken stapelten. "Meine Enkelkinder konnte ich lange nicht sehen, so nähte ich stattdessen für den Kindergarten Masken."

Masken nähen ein Vollzeitjob

Auch wenn anfangs durch behördliche Hindernisse die Abnehmer rar waren, hat sie der Mut, das Richtige zu tun, nicht verlassen. Als dann die Maskenpflicht kam, wurde sie ganz plötzlich mit Anfragen überrannt. "Ich hatte die Masken von Beginn an gar nicht verkaufen wollen, sondern sie gegen Spende zum Mitnehmen ausgelegt - und plötzlich überstiegen die Aufträge bei weitem meine Möglichkeiten. Masken nähen war bald ein Vollzeitjob." Problem wurde recht schnell auch die Materialbeschaffung (geeignete Stoffe, Gummibänder etc.), und bald war sie angewiesen auf die Unterstützung ihrer zu Beginn noch etwas skeptischen Tochter - die mittlerweile die Masken für Erwachsene und Kinder in ganz unterschiedlichen Farben und Motiven in ihrem Lädchen "Klaras Traumwelt" anbietet.

Stolz erzählt Gerlinde Ebert, die gelegentlich im Laden aushilft: "Damit konnte ich auch meine Tochter unterstützen, als sie ihren Laden wieder öffnen durfte." Besonders freue sie, dass die Musiker des BKO immer bei ihr vorbeischauen, wenn sie zum Konzert hier sind. Da sie um die schwierige Situation der Künstler in den Zeiten der Pandemie weiß, hat sie sich entschlossen, nun mit ihrer Spende zu helfen.