Kothen 24 Jahre lang war sie bei den Gottesdiensten in Kothen nicht wegzudenken. Seit dem 1. Juli 1996 war Johanna Kömpel Küsterin, anfangs mit Zweifeln, doch immer mehr mit Leib und Seele. Nun wurde sie aus dem Küsterdienst feierlich verabschiedet.

"Es hängt viel Liebe dran", resümiert die 83-Jährige selbst. Pfarrer Schlör hatte sie für das Amt "geeignet empfunden". Ohne Vorkenntnisse war sie langsam in die Aufgaben reingewachsen. "Ich habe das mit Ruhe gemacht", so dass ihr im Laufe der Zeit keine Pannen passierten.

"Die Kirche ging vor, da war ich immer da", wurde der Küsterdienst immer mehr Berufung. Da hatte die Familie schon mal das Nachsehen, auch wenn Kindergeburtstage anstanden. "Da konnte ich nicht, erst später", betont Kömpel. Nur wenn sie auf Wallfahrt nach Medjugorje in Bosnien ging, lies sie sich vertreten.

Corona machte ihr vor allem zu schaffen, weil sie "Angst hatte, etwas verkehrt zu machen", mussten doch zusätzliche Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Um "alles" hat sie sich gekümmert: Gottesdienste vorbereiten, aufräumen, putzen, Messwein und Hostien nachbestellen, Messgewänder waschen und pflegen, das sind nur Auszüge ihres umfangreichen Aufgabengebietes. Sie war Ansprechpartner für alle, dementsprechend groß fielen Lob und Dankbarkeit der Gratulanten aus.

Im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes würdigte Pfarrer Hans Thurn ihr Wirken. "Der Pfarrgemeinderat und ich danken ganz herzlich für all ihre Dienste". Er überreichte die Ehrenurkunde des Bischofs Franz Jung mit goldener Ehrennadel. "Johanna geht und nimmer kehrt sie wieder", heißt es im Friedrich-Schiller-Drama, für Kothen "stimmt das nicht", betonte Thurn. "Immer wenn wir sie brauchen, wird sie da sein".

Wilhelm Karg, Diözesanleiter des Mesnerverbandes, bei dem Johanna Kömpel seit 1999 Mitglied war, dankte für ihre Dienste. Erwin Möller von der Kirchenverwaltung zollte "allerhöchsten Respekt und Anerkennung", hatte Johanna Kömpel den "Pfarrdienst fast ganz alleine gestemmt". Fünf Priester unterstützte sie mit ihrem Einsatz. Auch Maria Leibold vom Pfarrgemeinderat, dem Johanna Kömpel 32 Jahre lang angehörte, dankte und wünschte für die Zukunft alles Gute. Im Namen der Ministranten bedankten sich Hannah Kraus und Anne Müller für Johannas Hilfe beispielsweise beim Messgewandanziehen und weil sie für alle Fragen ein offenes Ohr hatte.

Johanna Kömpel dankte allen "Pfarrern, Diakonen, Messdienern, Organisten, Claudia Kraus, die viele Jahre mit mir geackert hat, allen Christen, die mit uns zusammen gebetet haben und uns zur Seite standen" und hoffte, niemanden vergessen zu haben. Die Arbeit von Johanna Kömpel teilen sich künftig mehrere. Ihre Nachfolger sind Klaus Grünewald, Claudia Kraus, Gabriele Bug und Maria Leibold.

Auch nach dem Gottesdienst, der musikalisch von Ehepaar Hopf an Orgel und Flöte begleitet wurde, erreichten Johanna Kömpel viele gute Worte, Grüße und Geschenke. Nach 24 Jahren stillen Dienstes im Hintergrund bekam Johanna Kömpel am Ende große Aufmerksamkeit.