Ulrich Dölker, der die barrierefreie Sanierung rund um das Josefsheim von Anfang an begleitet hatte, war ganz ehrlich. Beim Anblick der offenen Baustelle, die "einer Schlucht vom Kirchberg runter" glich, war ihm "himmelangst" gewesen. Inzwischen ist ihm "wohl ums Herz geworden", denn trotz aller Widrigkeiten befindet sich eine Baustelle voller Überraschungen in der finalen Phase.

Mittlerweile ist neben dem barrierefreien Zugang, dem Pfarrgarten, der Treppenanlage, den Pflasterarbeiten auch das Geländer fertig. Der Landschafts- und Gartenbau steht noch an sowie die Übergänge zu den Privatgrundstücken. Hier appellierte Gemeinderat Alfons Erb (WG Motten), dass dies "eine saubere Angelegenheit" werden soll. "Was wir nicht brauchen, sind unzufriedene Anlieger".

Vorschläge zur Gestaltung liegen vor

Dölker pflichtete ihm bei: "Wir werden das anständig in Ordnung bringen". Vorschläge über die Gestaltung seien den Anliegern bereits unterbreitet worden, Rückmeldungen werden mit Bürgermeisterin Katja Habersack (parteilos) besprochen und entsprechend umgesetzt. "Da können Sie mich beim Wort nehmen", sagte der Planer.

Da noch Restarbeiten ausstehen, konnte Ulrich Dölker nur eine aktuelle, keine abschließende, Kostenrechnung nennen. Die reinen Baukosten liegen demnach bei 848.300 Euro brutto. Da im Laufe der Bauarbeiten unvorhergesehene Abweichungen und Entwicklungen anstanden, haben sich Mehrkosten in Höhe von circa 185.000 Euro angesammelt.

Arbeiten haben sich überraschend ergeben

Die sich überraschend ergebenen Arbeiten wie die tiefer zu legende Treppenanlage, höhere Stützwände, Unterfangung des Fundaments des Josefsheims, die zusätzliche Stützwand "12" und die Sockelabdichtung seien alle "ausgelöst durch die geänderte Führung des Mischwasserkanals", erläuterte Ulrich Dölker. Da sich diese "großen unvorhergesehenen Kostenpostitionen" erst im Laufe der Erdarbeiten ergeben haben und im Laufe der Jahre die Baupreise gestiegen sind, will die Gemeinde Motten nun einen Nachförderantrag bei der Regierung von Unterfranken stellen. Deren Bewilligungsbescheid von 2018 lag für die reinen Baukosten bei 461.200 Euro. Damals lagen die veranschlagten Gesamtkosten, also inklusive Planungskosten, bei 813.400 Euro, von denen 768.700 Euro förderfähig waren. Erst nach Eingang des neuen Bewilligungsbescheids kann ermittelt werden, "was an der Gemeinde Motten hängenbleibt", so Katja Habersack.

Wenig überraschende Überraschungen

"Es war eine sehr herausfordernde Baustelle", blickt die Erste Bürgermeisterin in der jüngsten Gemeinderatsitzung zurück, allerdings "war es nicht überraschend, dass es Überraschungen geben wird". Gemeinderat Steffen Herbert (WG Motten) lobte die ausführende Baufirma für ein "schönes Miteinander". Sie sei "konstruktiv und fachlich mit der Baustelle umgegangen", so Dölker. Insgesamt sei es "ein gelungenes Projekt" fasste Habersack zusammen. Es stelle "eine Aufwertung des gesamten Bereiches" dar und sie freue sich, "nach einer langen Bauphase die Anlage wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, wenn das Pandemiegeschehen es zulässt".

Infos über Vorschlagskorridor im November

Die Rathauschefin gab bekannt, dass der Vorschlagskorridor der Fulda-Main-Leitung, den Abschnitt B von Dipperz nach Bergrheinfeld betreffend, im November bekannt gegeben wird. Bürger haben weiterhin die Gelegenheit, Raumwiderstände anzubringen. Zudem warb Habersack dafür, die Online-Petition zu unterstützen. Der Link ist auf der Gemeindehomepage zu finden. Listen, in die man sich eintragen kann, liegen im Rathaus aus. "Ich möchte dafür werben, dass wir in der Region zusammenstehen und uns mit ganz vielen Stimmen geschlossen präsentieren".

An Online-Befragung teilnehmen

Das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept (ILEK) soll fortgeschrieben werden. In einer Evaluationsphase sind die Bürger aufgerufen, sich in einer Online-Befragung der Brückenauer Rhönallianz "als Experten unserer Region" zu beteiligen. Der Link ist über die Homepage der Gemeinde Motten zu finden, ebenso die Telefonnummer des Allianzmanagers Uwe Schmidt.

Arbeiten am Friedhof

Zu der in der vergangenen Gemeinderatsitzung beschlossenen Neugestaltung des Mottener Friedhofs teilte Katja Habersack mit, dass der Teerweg bereits rückgebaut, drei Kindergräber eingeebnet und das Gemeindegrab abgebaut sind. Es wird zunächst zwischengelagert, die ursprünglich angedachte Versetzung ist derzeit aus bautechnischen Gründen nicht möglich. Zehn neue Urnen-Grabanlagen sind nun entstanden.