Offenbar war alles zum Thema Klärschlamm gesagt, denn es kamen kaum Nachfragen aus dem Stadtrats-Gremium. Bereits Ende Januar präsentierte das zuständige Ingenieurbüro Hossfeld und Fischer aus Bad Kissingen allen acht Gemeindegremien Lösungsvorschläge und Kostenverteilung für eine gemeinsame Entsorgung (wir berichteten).

Bürgermeister Jochen Vogel betonte zudem: "Wir haben lange genug geredet, und zwar rund fünf Jahre, es wird Zeit für einen Einstieg". Trotzdem stellte Torsten Zwingmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, die Idee in groben Zügen vor: Eine gemeinsame Entwässerungspresse in Trübenbrunn soll den Schlamm aus sechs der acht Rhönallianz-Gemeinden pressen.

Presse in Trübenbunn

Nur Oberleichtersbach und aller Voraussicht nach die geplante Anlage in Wildflecken verfügen über eine eigene Presse, so dass der entwässerte Schlamm dort verbleibt. Im zweiten Schritt soll der Schlamm an den drei Standorten gemeinsam von einem Entsorgungsunternehmen abtransportiert und in eine Verbrennungsanlage gefahren werden.

Die Kosten verteilen sich auf die Gemeinden unterschiedlich, je nach Aufrüstung für die jeweilige Anlage und Größe der Kommune. Die Anschaffung einer gemeinsamen Schneckenpresse und Errichtung eines Lagerplatzes in Trübenbrunn kostet allein 1,16 Millionen Euro.

Eine Nachfrage kam von Stadtrat Hartmut Bös (Grüne). Diese bezog sich auf die Dauer, bis das gesamte Projekt umgesetzt sei. "Das Ingenieurbüro rechnet mit rund zwei Jahren für die gesamte Umsetzung", erklärt der Stadtwerkechef.

Zustimmung aus Stadtrat

Auf ein Detail aus der Kostenverteilung ging Emmanuel Fritschka (PWG) ein. "Warum kommen auf Schönderling 42 Prozent der Kosten zu?", fragte er. Das liege einerseits an der Ortsgröße von Schönderling, einem Ortsteil von Schondra. Außerdem liege es daran, dass die Rhön-Rastanlage an der A7 mit angeschlossen sei, hieß die Antwort vom Bürgermeister. Mit 900 Kubikmeter Schlammmenge pro Jahr fällt in der Gemeinde nach Bad Brückenau der größte Anteil an Klärschlammaufkommen an.

Ohne Gegenstimmen befürwortete schließlich der Stadtrat die Idee der gemeinsamen Entsorgung der acht Rhönallianz-Gemeinden. Befürwortet wurde auch die vorgestellte Kostenverteilung auf die Gemeinden und die Beauftragung des Ingenieurbüros Hossfeld und Fischer für die weitere Planung.