Mit dem Gottesdienst am 1. Mai wurde die diesjährige Wallfahrtssaison am Maria Ehrenberg eingeläutet. Diakon Kim Sell lud ein: "Lasst uns mit frohem Herzen in unsere Kirche Maria Ehrenberg einziehen." Zuvor hatten sich rund 75 Teilnehmer der Wallfahrten aus Kothen und Motten am Fuße der Treppenanlage getroffen und zogen betend und singend den Berg hinauf. Die Mottener Wallfahrer waren an der Wasserscheide gestartet, die Wallfahrer aus Kothen an ihrer Kirche im Ort.

Das Jahr 2022 steht auf dem Maria Ehrenberg unter einem ganz besonderen Motto: "Maria, unsere Hoffnung und Trösterin!!!" Damit wird an die lange Geschichte der Verehrung der Gottesmutter Maria auf dem Maria Ehrenberg erinnert, und dass sie nicht nur in den vergangenen 500 Jahren als Trösterin vielen Gläubigen Pilgern zur Seite stand, Hoffnung und neue Zuversicht schenkte, sondern dies auch heute noch die Menschen zum Marienheiligtum mitten im Truppenübungsplatz Wildflecken zieht.

"1521 - 2021 - 500+1"

"Maria Ehrenberg 1521 - 2021 - 500+1" lautet das Jubiläum, das in diesem Jahr bis Ende Oktober mit einer Vielzahl an Festpredigern aus den Bistümern Würzburg, Fulda und Bamberg begangen wird. Eigens für dieses Jubiläum hat Pfarrvikar Fidelis Kwazu in seiner Heimat Nigeria Übergewänder anfertigen lassen, die zu Beginn des Gottesdienstes von Pfarrer Hans Thurn gesegnet wurden. Im Jahr 2020 war der Maria Ehrenberg pandemiebedingt nahezu gänzlich geschlossen, bis auf wenige Wochen im Herbst. 2021 konnte mit Auflagen und Anmeldung Gottesdienst gefeiert werden. In diesem Jahr gibt es nun keine Auflagen mehr, umso mehr freute sich Kim Sell, die annähernd voll besetzte Kirche zu sehen und den kräftigen Gesang zu hören: "Darauf habe ich zwei Jahre gewartet."

Mai der Muttergottes gewidmet

Pfarrer Hans Thurn verwies in seiner Predigt auf die allenthalben blühende und aufbrechende Natur. Nicht umsonst werde der Mai auch Wonnemonat genannt und sei der Muttergottes gewidmet. Gerade der Monat Mai spiegele, zumindest in diesen Breiten, am besten wider, wie das Leben über den Tod triumphiere. Die Farben der Blumen und Blüten, die zurückgekehrten Schwalben, die immer länger werdenden Tage. An vielen Stellen werde Leben wieder sichtbar. Der Mai sei die Zeit des blühenden Lebens und damit auch Symbol für den Auferstandenen, den der Tod nicht im Grabe halten konnte. Untrennbar mit Jesus verbunden sei seine Mutter Maria, die den Menschen vermittele: Schau auf den Herrn. So werde Maria zur Helferin, Trösterin, zur Hoffnung spendenden Gottesmutter, von der Zuversicht, Stärke und Kraft ausgehe, wenn man sich selbst ohnmächtig, niedergedrückt und niedergeschlagen fühle. Der Maria Ehrenberg sei nun schon seit über 500 Jahren ein Ort, an dem sich dies den Menschen besonders erschließe.

Pilgerausweis eine Besonderheit

Ein Buch über die interessante Geschichte des Maria Ehrenbergs wurde im vergangenen Jahr herausgegeben. Aber nicht nur dieses Buch, sondern auch ein Pilgerausweis sind eine der Besonderheiten in diesem Jubiläumsjahr. Erstmalig und nur in diesem Jahr gibt es einen Maria-Ehrenberg-Pilgerausweis, der weltweit an allen Pilgerstätten verwendet werden kann. Damit Pilger auch künftig am Maria Ehrenberg einen Pilgerstempel erhalten, wurde eigens ein solcher angefertigt.

Wer einen Pilgerausweis oder einen Stempel benötigt, bekommt beides im Anschluss an Gottesdienste in der Sakristei. Es wurden nur 500 Pilgerausweise gedruckt. 25 Exemplare werden am Ende des Wallfahrtsjahres, mit den Unterschriften der diesjährigen Zelebranten versehen, versteigert.