Wenn mal wieder ein Lastwagen, beladen mit Holzstämmen beispielsweise, vorbei donnert, dann ist das eine knappe Angelegenheit. Zum einen für den Lkw-Fahrer, der durch die einspurige Verkehrsführung nicht viel Platz hat, aber auch für die Bauleute, die oft nur wenige Meter neben den Fahrzeugen arbeiten. "Das ist schon eine Belastung für uns", sagt Michael Marbach, Polier der Firma Bindrum aus Hammelburg, die mit der Sanierung der Kissinger Straße beauftragt worden ist. Sechs bis sieben Arbeiter schaffen auf der Baustelle.

Eigentlich hätten sie Ende April den Abschnitt vor Lidl-Markt und Aldi fertigstellen wollen, aber daraus wurde nichts. Das schlechte Wetter nach Fasching und umfangreichere Arbeiten beim Bodenaustausch seien die Gründe, schildert Gerhard Schwarzer vom Ingenieurbüro Alka aus Haßfurt. Der Untergrund sei nicht tragfähig gewesen, so dass mehr Material entnommen wurde als ursprünglich geplant.

Einmal pro Woche treffen sich die Fachleute vor Ort zum Austausch. "Es geht darum, Details abzustimmen", berichtet Peter Karl vom städtischen Bauamt. Die Höhe der Bordsteine werde zum Beispiel diskutiert und mit dem Behindertenbeauftragten des Landratsamts abgesprochen. Vor dem Aldi sind Fundamente einer ehemaligen Tankstelle aufgetaucht. Die Entdeckung kommt für die Planer zwar nicht überraschend, dennoch gibt es Redebedarf mit den Verantwortlichen von Aldi über Rückbau und Entsorgung.


Beteiligung der Bürger an den Kosten steht noch im Raum

Auf ein Datum, wann die Sanierung abgeschlossen sein wird, lässt sich Schwarz nicht festlegen. "Bisher war die Planung so, dass wir im August fertig werden", sagt er. Der Kostenrahmen wird nicht eingehalten werden. Zum einen ziehen die Preise im Baugewerbe aufgrund der guten Auftragslage insgesamt an. Zum anderen hat die Entsorgung von teerhaltigem Material und mit Chlorid belasteter Erde kräftig zu Buche geschlagen. Das Chlorid stamme vom Salz, das im Winter gestreut wurde und durch die schadhafte Fahrbahn gesickert ist, erklärt Schwarzer.

Rüdiger Köhler vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt: "Die Gesamtkosten waren ursprünglich auf 2,37 Millionen Euro geschätzt, zu Vertragsschluss lagen sie aber bereits bei rund 2,5 Millionen Euro. Auf Grund verschiedener Mehraufwände, insbesondere beim Entsorgungsaufwand für Bodenmaterial, gehen wir derzeit von Kosten in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro aus.

In der vergangenen Woche ist der aktuelle Streckenabschnitt vor Aldi, Lidl und dem Getränkemarkt Logo asphaltiert worden. Wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind, folgt der nördliche Teil der Fahrbahn von der Tankstelle bis zur Fahrschule. Das wird wohl bis zum Sommer dauern. Die Autofahrer müssen sich auch weiterhin auf Wartezeiten an der mobilen Ampelanlage einstellen.

Die Kosten für den Ausbau der Gehsteige und die Straßenbeleuchtung werden übrigens vielleicht doch noch auf die Bürger umgelegt. Die bayerische Landesregierung hat die Straßenausbausatzung zwar gekippt, allerdings sehe ein Gesetzesentwurf vor, dass Bürger für Bauprojekte, die vor dem Jahr 2018 angefangen worden sind, noch nach der alten Vorgehensweise zur Kasse gebeten werden. Das erläutert Willi Scheller vom städtischen Baubüro. "Wir müssen abwarten, was tatsächlich entschieden wird", gibt er Auskunft. Bis die Rechtslage klar ist, verschickt die Stadt jedenfalls keine Bescheide an die Anlieger mehr.


740 Meter lang ist der Abschnitt der Kissinger Straße, der saniert wird. Fahrbahn, Gehwege sowie Leitungen und Kanal werden erneuert.

2,7 Millionen Euro kalkulierte das Staatliche Bauamt Schweinfurt inzwischen für die Baumaßnahme - 330.000 Euro mehr als zum Baustart im Mai 2016.