Die städtische Tourist-Info teilt auf ihrer Homepage mit: "Aufgrund der Corona-Pandemie ist es auch dieses Jahr leider nicht möglich, den Pinklauf wie gewohnt zu veranstalten." Ähnlich sieht es auch Michael Worschech, Geschäftsleiter der städtischen Verwaltung. "Viele Menschen, die mitlaufen, sind oder waren selbst von Krebs betroffen. Sie gilt es, besonders zu schützen."

Und eben das könne die Stadt als Veranstalter bei solch einem Megalauf - 2019 nahmen 1516 Menschen teil - nicht gewährleisten. Auch wenn die bayerische Staatsregierung am 31. August Lockerungen für Großveranstaltungen verkündet hat.

Großveranstaltung wäre erlaubt

Bei Veranstaltungen unter freiem Himmel mit weniger als 1000 Besuchern muss nicht einmal mehr ein Mundschutz getragen werden. Nur bei größeren Ereignissen (mehr als 1000 Personen) ist eine Maske in Eingangsbereichen und wo sich Menschen vermehrt begegnen, vorgeschrieben. Dann gilt auch die 3G-Regel; Teilnehmer müssen also geimpft, genesen oder getestet sein. Das wäre zum Beispiel im Startbereich des Pinklaufs am Rathaus wahrscheinlich.

Aber auch danach wollen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen, um gemeinsam Kaffee zu trinken, Kuchen zu essen, sich auszutauschen., so Worschech. Auch da sei das Infektionsrisiko nicht beherrschbar.

Zu wenig Vorlaufzeit

Worschech findet es noch aus einem anderen Grund richtig, den Pinklauf nicht "real" stattfinden zu lassen. "Ihn in vier Wochen zu organisieren , ist ein Unding. Da bräuchte es einen gewissen längeren Vorlauf", sagt er auch als Vorstandsmitglied des TV Bad Brückenau. Der Turnverein stellte bei den bisherigen Benefizläufen alljährlich viele ehrenamtliche Helfer ab, zum Beispiel als Streckenposten. Noch schwieriger mache eine kurzfristige Organisation, dass viele Mitglieder im Urlaub seien.

Diejenigen, die beim Pinklauf 2021 mitlaufen wollten, können sich trotzdem sportlich betätigen, wenn auch nur privat. Und damit ebenso Gutes tun. Denn wie auf der Internetseite www.gemeinsam-sind-wir-pink.de zu lesen ist, wird zugunsten der Brustkrebsvorsorge eine Spendenwoche gestartet.

Spendenwoche wie im vergangenen Jahr

Die soll vom 3. bis 10. Oktober, also von Sonntag zu Sonntag, reichen und unter dem Motto 9 3/4 stehen (analog der 9 ½-Spendenwoche im vergangenen Jahr). Damit wird Bezug auf das zehnjährige Jubiläum des Benefizlaufes, das 2020 gewesen wäre und eigentlich hätte dieses Jahr nachgeholt werden sollen.

"Jede Läuferin und jeder Läufer hat die Möglichkeit, auf dieser Website die zurückgelegten Kilometer einzutragen und so die gemeinsame Verbundenheit zu dem Thema zu zeigen", heißt es von der Tourist-Info. Auch Fotos vom eigenen Lauf können eingestellt werden. Auch ein Gewinnspiel wird es wieder geben.

Große Spendenbereitschaft

Im vergangenen Jahr wurde von diesem Angebot reichlich Gebrauch gemacht. Insgesamt wurden beim Veranstalter 2081 gejoggte oder gewanderte Kilometer angezeigt; 4251 Euro an Spenden brachte die "Gemeinsam-sind-wir-Pink"-Aktion ein.

Wie vergangenes Jahr kann die Startgebühr von zehn Euro über ein eigens eingerichtetes Portal direkt an den Verein "Brustkrebs Deutschland" gespendet werden, ab 21. September auch persönlich in der Tourist-Info in der Georgi-Kurhalle Bad Brückenau.

Keine symbolische Aktion

Einen symbolischen Start, wie er vergangenes Jahr mit dem Aufsprühen von pinken Fußabdrücken auf das Pflaster der Ludwigstraße stattfand, wird es eher nicht geben, teilt Projektleiter Uwe Schmidt auf Anfrage mit. Er würde sich aber freuen, wenn die Menschen auch im Alltag Flagge für die Brustkrebsvorsorge zeigen würden - zum Beispiel, indem sie im pinken T-Shirt einkaufen gehen. "Es geht auch darum, dass die ganze Aktion nicht in Vergessenheit gerät", so Schmidt.

Michael Worschech hofft, dass das zehnjährige Jubiläum der Benefizveranstaltung 2022 endgültig nachgeholt werden kann. "Wir sind fest überzeugt, dass wir im nächsten Jahr einen Pinklauf machen können, wie man ihn kennt."