Das Hobby Handarbeiten und der Name Barbara Bieler sind in Bad Brückenau seit Jahrzehnten untrennbar miteinander verbunden. Und längst ist die Seniorin auch weit über die Grenzen des Altlandkreises hinaus bekannt.

Schließlich war sie eine der ersten Rhönerinnen, die bereits zu Beginn der Corona-Pandemie im März praktisch rund um die Uhr Alltagsmasken im Akkord nähte und vorrangig schutzbedürftigen Personen kostenlos zur Verfügung stellte. "Die Dinger, die es heute praktisch überall in fast unzähligen Ausführungen zu kaufen gibt, waren damals ja Mangelware", erinnert sich die Badestädterin noch genau an den seinerzeitigen Produktions- und Lieferengpass. "Ich wollte mit einfachen Mitteln wie Stoff, Draht und Gummiband schnell denjenigen helfen, die zu den sogenannten Risikogruppen gehörten".

Im Handarbeitskreis aktiv

Barbara Bielers Engagement für wohltätige Zwecke hat aber nicht erst begonnen, als sich das gefährlich Virus auch in ganz Deutschland ausbreitete. Auf etlichen anderen Feldern ist sie schon viel länger mit Nadel und Faden aktiv. Ein Beispiel stellt ihre kontinuierliche Mitarbeit im Handarbeitskreis der evangelischen Kirchengemeinde dar, der momentan in der Hauptsache Decken für die notleidende Bevölkerung in Afghanistan anfertigt.

In der seit vielen Jahren eingespielten Gruppe hat die Hobby-Schneiderin eine ganz spezielle Aufgabe. "Ich stricke meistens in Heimarbeit aus Wolle 20 mal 20 Zentimeter große Quadrate, die die anderen Frauen im Gemeindesaal an der Friedenskirche dann jeweils zu einer großen Decke aus 35 Flicken zusammennähen".

Das 1000. Wollquadrat gestrickt

Kürzlich wurde nun das 1000. Viereck als Ausgangsprodukt von Bielers Händen gefertigt. In dem Zusammenhang hat die Seniorin noch zwei weitere beeindruckende Zahlen parat: "Ein Viereck besteht aus exakt 1590 Maschen, also habe ich die Nadeln in diesem Jahr bereits 1,59 Millionen Male bewegt".

Sie selbst habe eigentlich nie daran gedacht, genau Buch über ihr Engagement zu führen, "denn im Vordergrund steht bei mir immer der Dienst für die gute Sache". Zu der individuellen Statistik habe sie aber letztendlich die Leiterin des Handarbeitskreises, Mechthild von Czettritz, mehrfach mit Nachdruck ermuntert. Und da beide Seniorinnen in einem Haus wohnen, findet natürlich auch regelmäßig ein Gedankenaustausch über die produktive Freizeitbeschäftigung statt.

Unterstützer stellen Material zur Verfügung

Dankbar sind sie immer wieder allen Unterstützern, die das Material kostenlos zur Verfügung stellen. "Wir brauchen ständig neue Wolle. Das müssen gar nicht komplette Knäuel sein, auch mit längeren Fäden oder Stoffresten können wir durchaus etwas anfangen", bekräftigt Barbara Bieler.

Der Kontakt

Anlaufstelle für potenzielle Spender ist als Koordinationsstelle das evangelische Pfarramt am Auerhahnweg in Bad Brückenau (Telefon 09741/2331). Dort gibt es auch nähere Informationen zu allen Aktionen.