Erst im September des vergangenen Jahres war Franziska Kaul zur neuen Vorsitzenden der Bad Brückenauer Frauen-Union (FU) gewählt worden. Auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch legte sie jetzt ihren ersten Rechenschaftsbericht über die noch relativ kurze Amtszeit vor.

Trotz Pandemie-Beschränkungen, so die CSU-Stadträtin, habe der Ortsverband in Zusammenarbeit mit der Tafel Bad Brückenau zumindest ein größeres Projekt umsetzen können, das durch eine Vielzahl von Spenden ermöglicht worden war. Zu Weihnachten erhielten über 30 bedürftige Kinder und Jugendliche ein Geschenkpaket mit Kleidung, Spielsachen, Büchern und Naschwerk.

Stadtfest und Ferienprogramm

Zum Stadtfest vom 24. bis 26. Juni dieses Jahres ist vom FU-Ortsverband der Verkauf von Sekt in der Ludwigstraße geplant. " Der Gewinn unseres Standes soll nicht nur Geld in die eigene Kasse spülen, sondern auch Projekte in unserer Stadt unterstützen", so Franziska Kaul wörtlich. Im Rahmen des Ferienprogramms wollen sich die Frauen beispielsweise beim CSU-Familienfest einbringen. Darüber hinaus steht zum Ausklang der Sommerferien ein kleiner Ausflug zum Berghaus Rhön auf der Agenda.

Ehrung für 25 Jahre Mitgliedschaft

Aktuell hat der FU-Ortsverband Bad Brückenau exakt 29 Mitglieder, ihr Durchschnittsalter liegt bei knapp über 68 Jahren. Besonders stolz ist die Vorsitzende darauf, dass viele Frauen der Gemeinschaft in der Regel weit über 20 Jahre die Treue halten. Sogar 25 Jahre ist in diesen Tagen Gundula Langeworth dabei, die anlässlich ihres Jubiläums besonders geehrt wurde.

Als Gastrednerin des Abends war die CSU-Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber nach eigenen Worten "wieder einmal sehr gern in Bad Brückenau zu Besuch". Im Laufe ihrer umfangreichen und detaillierten Ausführungen ging sie auf eine Fülle innen- und außenpolitischer Themen ein. Dabei kamen vorrangig der Krieg in der Ukraine, der Klimawandel, die Energieversorgung und die "Pflege als gesamtgesellschaftliche Aufgabe" zur Sprache.

Zunehmend attraktive Angebote gefragt

"Nach Corona müssen wir die Leute wieder vom Sofa holen", appellierte Weisgerber, die auch gleichzeitig unterfränkische FU-Bezirksvorsitzende ist. In einer Zeit, in der in etlichen Lebensbereichen nach Jahren der Beschränkungen glücklicherweise eine gewisse Normalität eintrete, seien zunehmend attraktive Angebote gefragt. Gerade im ländlichen Raum sollte ihrer Einschätzung nach das Zusammenleben auch über Parteigrenzen hinweg gut funktionieren. Und noch einen weiteren Aspekt brachte die Rednerin ins Spiel. "Wir sehen die Politik aus einem anderen Blickwinkel als Männer und setzen andere Akzente." Ohne Frauen, so ihr Credo, sei "kein Staat zu machen".