Der TSV Bad Kissingen, das sind derzeit 1 125 aktive und passive Mitgllieder und einige "Zaungäste" auf die man eigentlich gerne verzichten würde. Hannelore Schön, die Vorsitzende des TSV sagte bei der jüngsten Mitgliederversammlung, dass der Vandalismus im Verein größere Formen annehme.
Waren es bislang "nur" eingeworfene Fensterscheiben, wurde nun der Kraftraum, den der Turn- und Sportverein für seine Mitglieder vorhält, Ziel der Vandalen. "Da wurden Hanteln oder anderes schweres Gerät absichtlich fallen gelassen, so dass der Boden erneuert werden musste", so Hannelore Schön. Zwar hätten die Kraftsportler spezielle Gummimatten auf Quarzsand verlegt, ein optimaler Bodenbelag, aber der Verein trage die Kosten.

Verärgerung allenthalben

"Da sind einfach zu viele Schlüssel für diesen Raum im Umlauf", erklärt die Vereinsvorsitzende und fügte an, dass Schlüssel an wildfremde Menschen weitergegeben werden, die mit dem Verein überhaupt nichts am Hut haben. "Das hier ist doch kein kostenloses Fitnessstudio", schimpfte Walter Renninger (Abteilungsleiter Aikido) und auch die anderen Anwesenden, meist Abteilungsleiter, waren sich darin einig. Zumal ja noch die Versicherungsfrage im Raum steht. Also wird es in Zukunft einen Belegungsplan geben und für die Abteilungsleiter neue Schlüssel, damit ungebetenen Nutzer draußen bleiben.
Rund ein Dutzend Abteilungen hat der TSV derzeit, wobei die Kegler und Karate-Kämpfer inzwischen eine "Freizeittruppe" seien, wie es Hannelore Schön ausdrückte. Die Schachsportler seien mit rund 30 aktiven Mitgliedern "eine kleine Truppe mit um so besseren Ergebnissen", sagte Abteilungsleiter Peter Anliker.

Erfolgreich, aber bald weg?

Größte Abteilung ist die von Herbert Höfner geführte Leichtathletikabteilung. Das abgelaufene Wettkampfjahr war wohl das erfolgreichste, das die Leichtathleten des TSV jemals hatten, betonte Herbert Höfner. Aber es droht Ungemach: "Sollte sich das Verhältnis zur Präsidentin und die allgemeine Situation nicht bessern", sagte Höfner vor versammelter Mannschaft, werde er Konsequenzen ziehen. Dann hätte der Verein 100 Mitglieder weniger. In diesem Zusammenhang erinnerte Höfner daran, dass sich bereits die Volleyballabteilung nach Unstimmigkeiten vom TSV getrennt habe und nun erfolgreich bei einem anderen Verein im Landkreis spiele.

Die Hütte trägt sich selbst

Weniger Probleme (keine) gibt es mit dem vereinseigenen Haus am Erlenberg, für das nun Manfred Albert als Hüttenwart verantwortlich zeichnet. "Die Hütte trägt sich selbst und ist auch für die Zukunft gut ausgebucht" ließ er wissen. Etwas enttäuscht zeigte sich Präsidentin Hannelore Schön vom Besuch bei der Mitgliederversammlung, die in weiser Voraussicht im Schachzimmer abgehalten wurde. Gerade von den zu Ehrenden habe sie sich eine größere Teilnahme, oder zumindest Rückmeldung erwartet: Es waren gerade drei von dreizehn zu Ehrenden gekommen.

Der Sport tut der Jugend gut

Auf der Ehrungsliste standen für 50 Jahre Vereinszugehörigkeit Horst Kuhn, Bruno Brand und Hans-Werner Fuchs; für 40 Jahre Edeltraud Rundler, Renate Künzl, Helgard Lülf und Elisabeth Milsch; für 25 Jahre Ines Krettek, Sandra Lippert, Dorothea Heiliger, Gernot Spieß, Volker Butz und Ingrid Nosko.
Horst Kuhn, der für 50 Jahre Mitgliedschaft im Verein geehrt wurde, war nicht nur begeisterter Motorsportler, sondern in seiner Jugend auch ein guter Schwimmer, Handballer und Leichtathlet. " Ich war sportlich orientiert und das war damals bei uns Familienziel und da wir zudem genau gegenüber dem Saalbau wohnten, bot sich das bei den kurzen Wegen an", sagt er. Und noch auf einen weiteren Aspekt machte Kuhn aufmerksam: "Die Gefahren, die heute auf die Jugendlichen zukommen, werden durch den Sport minimiert und so habe ich das auch meinen Kindern weitergegeben. Sie sind alle im Verein".