An der Willigisbrücke im unterfränkischen Aschaffenburg laufen bereits seit 2020 Baumaßnahmen zur Errichtung eines Regenüberlaufbeckens. Nun kamen bei den Arbeiten in etwa acht Metern Tiefe archäologische Befunde zum Vorschein. Das berichten das Bayerische Amt für Denkmalpflege (BLfD) und die Stadt Aschaffenburg jeweils in einer Pressemitteilung.
Der bislang ausgegrabene Bereich zeige "eine komplexe, mehrlagige Konstruktion aus Holz- und Steinlagen" heißt es in den entsprechenden Meldungen. Aktuell werden die Funde laut Aussagen des BLfD und der Stadt von Mitarbeitenden des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege untersucht.
Archäologischer Fund in Aschaffenburg: Historisches Uferbauwerk am Main freigelegt
Nach erster Einschätzung der zuständigen Experten könnte es sich bei dem Fund um ein Uferbauwerk handeln, das in Zusammenhang mit der historischen Nutzung des Mains steht. Dazu kommt, dass das Bauwerk von beachtlicher Größe gewesen sein könnte: Seine Reste erstrecken sich auf eine Länge von fast 30 Metern, wird in den Meldungen erklärt.
Jetzt folgen Untersuchungen, die zunächst primär darauf abzielen, Fragen zu dem Aufbau und dem Alter der Anlage zu klären. Ein Vorteil für die Analyse sei die Tatsache, dass die Holzreste durch ihre Lage unterhalb des Mainpegels im nassen Erdreich besonders gut erhalten seien. Aus diesem Grund besteht bei den Wissenschaftlern des BLfD die Hoffnung, dass die historische Anlage mittels Dendrochronologie, einer Vorgehensweise zur jahrgenauen Altersbestimmung der Fälljahre von altem Holz, und weiteren naturwissenschaftlichen Methoden schon bald datiert werden kann.
Auch in Nürnberg erfreuten sich Archäologen erst kürzlich an einem besonderen Fund. Bei einer Baustelle am Obstmarkt wurden Gebäudereste aus dem Mittelalter zutage getragen. Weitere Nachrichten aus Aschaffenburg und der Region liest du in unserem Lokalressort.